Gymnasium CHRISTIANEUM

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Wirtschaftspraxis

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Wirtschaftspraxis
Wirtschaftspraxis I - Inhalt und Ablauf
Wirtschaftspraxis II - Inhalt und Ablauf
Historie: Die Entwicklung des Faches
Die Miniunternehmen
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Fachbereich WIRTSCHAFTSPRAXIS



Wirtschaftspraxis ist ein Fach, welches es in dieser Form nur am Christianeum in den Stufen 10 – 12 gibt. Wirtschaftspraxis I in Klasse 10 ist ein ganzjähriger dreistündiger Wahlkurs, d.h. Schülerinnen und Schüler können diesen Kurs zu ihren Pflicht- und Wahlpflichtfächern wählen und bekommen dann auch dafür eine Note. Wirtschaftspraxis II in den Jahrgangsstufen 11 und 12, also dem 1.-4. Semester der Studienstufe, ist ein verbindlicher Bestandteil des Profils ‚Politik-Gesellschaft-Wirtschaft’ (vgl. Profiloberstufe) und wird in Klassenstufe 11 (1.-2- Semester) i.d.R. vierstündig unterrichtet, in Stufe 13 (3.-4. Semester) zweistündig.

Termine und Veranstaltungen:

Wirtschaftspraxis I

• Konstituierende Hauptversammlung: ca. Nov./Dez.
• Landeswettbewerb: ca. April
• Bundeswettbewerb: ca. Juni
• Auflösende Hauptversammlung ca. Juni/Juli

Wirtschaftspraxis II
• Präsentation Phase I: Anfang Nov.
• Präsentation Phase II: Mitte Januar
• Präsentation Phase III, ca. Mai/Juni
• Regionalwettbewerb Nord, ca. Mai/Juni
• Europawettbewerb: Juni/Juli
 
Besonderheiten des Fachs:
Der Begriff ‚Praxis’ im Namen des Fachs deutet auf mehrere Besonderheiten hin:

• Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern und Projektorientierung: Wirtschaftspraxis I und II werden als Projekte in Zusammenarbeit mit dem ‚Juniorprojekt’ des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (in Klasse 10) und in der Studienstufe der ‚Boston Consulting Group’ als Projekt ‚business@school’ durchgeführt.

• Realitäts- und Praxisbezug: Die Herausforderungen in den Projekten werden nicht allein im Raum Schule bewältigt, sondern auch in der Zusammenarbeit mit diversen weiteren außerschulischen Partnern. Ökonomische Bildung, wirtschaftliches Fachwissen wird dadurch ‚lebensnah’ erworben, in einem durch die Lehrkraft angeleiteten Prozess des ‚learning by doing’.

• Erwerb von Schlüsselqualifikationen: Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in beiden Kursen in Teams und müssen stärker als im herkömmlichen Unterricht in selbstständiger Arbeit die ungewohnten, dem Wirtschaftsleben nachgebildeten komplexen Herausforderungen der Projekte termingerecht bewältigen. Team-, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Initiative, Verantwortungsbereitschaft werden dadurch entwickelt und gefördert und tragen zur Persönlichkeitsentwicklung bei.

• Wettbewerbsorientierung: Mit beiden Kursen bzw. Projekten sind Wettbewerbe auf Landes-, Bundes- und Europaebene verbunden. 

• Verantwortung: Die Reflexion über wertegebundenes wirtschaftlich verantwortungsvolles Handeln ist ebenfalls Lernziel des Fachs.


Wirtschaftspraxis I – Inhalte und Ablauf
• Maximal 18 Schüler und Schülerinnen gründen ein auf ein Schuljahr befristetes Miniunternehmen, das in seiner Konstruktion einer Aktiengesellschaft nachgebildet ist. 
• Das Miniunternehmen entwickelt ein Produkt (oder bietet eine Dienstleistung an), stellt dieses real mit Hilfe von Zulieferern her und verkauft das Produkt an tatsächliche Kunden auf dem Markt für ‚echtes’ Geld. Das Grundkapital wird durch die Werbung von ‚Aktionären’ gesammelt.
• Angeleitet durch die Lehrkraft (ggf. unterstützt durch Paten aus der Wirtschaft und die Projektleitung ‚Junior’) müssen sich alle - aufgeteilt in Abteilungen wie ‚Produktion’, Marketing’, ‚Finanzen’ usw. - eigenverantwortlich um alle Aspekte eines Unternehmens kümmern, wie beispielsweise die Kapitalbeschaffung, die Produktion, den Vertrieb, das Marketing und die vom Kooperationspartner kontrollierte Buchführung.
• An entscheidenden Stellen werden die sich jeweils aus der Praxis des Miniunternehmens ergebenden Fragen im Kurs theoretisch fundiert.
• Das Kursteam nimmt am Landeswettbewerb ’Bestes Miniunternehmen Hamburgs’ teil und hat die Chance auf eine Teilnahme am Bundeswettbewerb.
• Am Ende des Schuljahres wird das Miniunternehmen aufgelöst und die Verwendung eines evtl. Gewinns auf der Hauptversammlung der Aktionäre bestimmt.


Wirtschaftspraxis II – Inhalte und Ablauf
• Das Projekt vollzieht sich in drei Phasen, in denen die Schülerinnen und Schüler in Teams von 4 bis 6 Personen in Phase I und II Unternehmen untersuchen und schließlich in Phase III ein eigenes Unternehmenskonzept entwickeln.
• Die Teams werden dabei von der Lehrkraft und ehrenamtlich von Beratern der ‚Boston Consulting Group’ sowie Personen aus Wirtschaftsunternehmen betreut.
• Jede der drei Phasen wird mit einer Präsentation der Ergebnisse vor einer Jury aus Beratern der ‚Boston Consulting Group’, Fachleuten aus Wirtschaft, Verbänden, Hochschulen usw. und Lehrern abgeschlossen.
Phase I – Wirtschaft in Groß:
Ein großes, möglichst börsennotiertes Unternehmen wird unter einer bestimmten Fragestellung bzw. Hypothese (z.B. ‚Adidas wird Nike kurzfristig nicht als Marktführer verdrängen können’) von den Schülern untersucht. Dabei spielen selbstständige Recherche (z.B. in Presseveröffentlichungen), eigenständige Analyse (u.a. des Geschäftsberichts) und die aussagekräftige kritische Aufbereitung des Materials eine wichtige Rolle.
Phase II – Wirtschaft in Klein:
Ein kleines Unternehmen vor Ort, z.B. eine Bäckerei oder ein Frisörsalon,   wird in ähnlicher Form wie in Phase I, diesmal aber wirtschaftlich umfassend,  untersucht. Dies geschieht auch im direkten Kontakt zum Unternehmen und der Unternehmerpersönlichkeit.
Phase III – Die eigene Geschäftsidee:
Die Schüler entwickeln eine eigene Geschäftsidee und tragen durch Recherchen und z.B. Marktanalysen usw. alle notwendigen Informationen für die Aufstellung eines eigenen Geschäftsplanes zusammen. Anspruch ist dabei, dass dieser Geschäftsplan der Prüfung durch eine Bank bei der Kreditvergabe standhält, d.h. z.B. eine Langzeitplanung und -prognose über drei bis fünf Jahre enthält.Bei der Präsentation der Ergebnisse in dieser dritten Phase wird ein schulinternes Siegerteam ermittelt, das dann am regionalen Wettbewerb für Norddeutschland teilnimmt. Das dort siegreiche Team misst sich auf dem Bundes- bzw. Europawettbewerb des Projektes ‚business@school’ mit den anderen Regionalsiegern. 


Historie: Die Entwicklung des Fachs
Die Geschichte des christianeumsspezifischen Fachs ‚Wirtschaftspraxis’ begann im August 1998 mit der erstmaligen Teilnahme einer Arbeitsgemeinschaft von 22 engagierten Schülerinnen und Schülern am ‚Projekt Junior’, das im Schuljahr 1998/99 erstmals für das Bundesland Hamburg angeboten wurde.In den folgenden Schuljahren entwickelte sich daraus – immer die Gremien der Schule (Fach- und Lehrerkonferenzen, Eltern- und Schülerrat sowie Schulkonferenz und Schulbehörde) einbeziehend, das Wahlfach ‚Wirtschaftpraxis I’ in Klasse 10. Im Schuljahr 2002/2003 kam für das 1. und 2. Semester der Studienstufe Wirtschaftspraxis II mit dem Projekt ‚business@school’ in Zusammenarbeit mit der ‚Boston Consulting Group’ hinzu. Die Schülerinnen und Schüler konnten diesen Kurs wahlweise in ihre Abiturqualifikation einbringen und schließlich sogar- nach entsprechenden Verhandlungen mit der Schulbehörde- ‚Wirtschaft’ als Prüfungsfach wählen. Mit Einführung der Profiloberstufe ab dem Schuljahr 2009/2010 ist das Fach Wirtschaftspraxis II integriert in unser Profil ‚Politik, Gesellschaft, Wirtschaft’ (wiederum eine Entscheidung sämtlicher schulischer Gremien) und hat damit für die Schülerinnen und Schüler dieses Profils bzgl. des Abiturs einen starken Verbindlichkeitscharakter.


Die Miniunternehmen in Wirtschaftspraxis I und ihre Produkte

1999: La Ventana → Hamburg- Stadtführer für Jugendliche
2000: La vie jeune → Hamburg- Spiel
2001: Trimension → Dreidimensionale Glückwunschkarten
2002: Plexitech → Durchsichtige Computergehäuse
2002: F hoch 3 → Freshpacks - Erfrischungspakete für das Auto
2003: Crazy in the Dark → Nachtleuchtende Regenschirme
2004: Pfandfrei → CD Ständer aus Bierfass
2005: Recycled Time → Uhren aus Computerteilen
2006: Sacculus → Taschen aus Handtüchern
2007: Astrain → Federtaschen aus Bierdosen
2008: Back to the Bag → Portemonnaies und Planer aus Lebensmittelverpackungen
2009: Senior Play → Freizeitangebot mit Spielkonsolen für Senioren
2010: Recyclocks → Stell- und Wanduhren aus Getränkedosen
2011: iFass → transportbale Lautsprecherboxen aus 5-Liter Bierfässern
2012: Cement Label → Tablet- und Handyhüllen aus recycelten Zementsäcken
2013: you4help → Spendenwebsite
2014: Indinotes → individuelle Schulplaner
2015: KeypIt → individuelle Schlüsselbretter
2016: ReLight → Lampen aus Recyclingmaterialien