Gymnasium CHRISTIANEUM

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Geschichte der Schule
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Die Geschichte der Schule
Die Jahre 1664 - 1799
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Im Kleinen spiegelt das Christianeum die Altonaer, schleswig-holsteinische, dänische und hamburgische Geschichte wider; viele Schüler und Lehrer nehmen auf sie Einfluss, vor allem im goldenen Zeitalter der Stadt Altona, der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der gefeierte deutsche Dichterfürst Friedrich Gottlieb Klopstock kommt oft zu Besuch ins Christianeum zu Johann Jacob Dusch, dem damaligen Direktor. Ein anderer Professor, der ebenfalls viel publiziert, ist der Philanthrop Johann Bernhard Basedow. Er macht sich durch seine Vorlesungen am Christianeum und durch seine Schriften im ganzen deutschen Sprachraum einen Namen und ruft mit seiner Forderung einer kindgemäßen Erziehung "gemäß den Gesetzen der Natur und Vernunft, zu weltbürgerlicher, bekenntnisfreier Gesinnung" den Widerstand orthodoxer Kreise hervor. Aus diesen Zeiten stammt die historische Bibliothek des Christianeums, die seit 1738 ein integraler Bestandteil der Schule ist. Mit ihren ca. 30.000 Bänden ist sie wohl die bedeutendste Schulbibliothek in Hamburg. Sie wird vor allem von Wissenschaft und Forschung genutzt, steht aber auch allen anderen Interessierten offen, insbesondere Schülern und Lehrern. Diese verfügen natürlich auch über andere Bibliotheken: Die Oberstufenbücherei samt Arbeitsräumen sowie die Unterstufenbücherei mit Schmökerecke und Ausleihe.


Zu den bis heute wirkenden und bekannten ehemaligen Schülern gehört der Selbstdenker Salomon Maimon, der sich durch seine scharfsinnige Auseinandersetzung mit Kant hervortut. Er ist einer der vielen jüdischen Schüler, die am Ende des 18. Jahrhunderts das Christianeum besuchen. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts stößt zu den Büchner, Grabbe, Heine und anderen Jungdeutschen als bekanntester Christianeer dieser Phase Ludolf Wienbarg, der seine "Ästhetischen Streifzüge" 1834 bei Hoffmann&Campe veröffentlicht. Als dieses Buch erscheint, besucht bereits ein jüngerer Schüler das Christianeum, auch ein
Querdenker, der aber im Unterschied zu Wienbarg gesellschaftlich wesentlich erfolgreicher ist, denn er wird später den Nobelpreis erhalten: Theodor Mommsen. Für das 20. Jahrhundert sei ein Schüler hervorgehoben, der als Architekt und Designer vor allem in Darmstadt, Nürnberg und Berlin zur Geltung kommt: Peter Behrens; er wird auch als Lehrer der Gropius, van der Rohe u.a. bekannt. Nach 1933 wird die herrschende Politik auch im Christianeum durchgesetzt. In der Schülerschaft geraten die Mitglieder der von ihrem Selbstverständnis her musikbegeisterten und eher unpolitischen Swing-Jugend in die Rolle von Staatsfeinden, zwei Direktoren müssen wegen Unbotmäßigkeit ihren Abschied nehmen. 1968 führt die Schüler- und Studentenbewegung zu einigen Turbulenzen: Ihr unmittelbares Ergebnis ist ein Modell der Mitberatung von Schülervertretern der Mttelstufe in allen Zeugniskonferenzen. Diese seinerzeit revolutionäre Innovation hat sich inzwischen über das Schulgesetz in ganz Hamburg durchgesetzt.

Einen tabellarischen Überblick über die Geschichte unseres Gymnasiums von 1664 bis in die Jetztzeit liefert eine Zusammenstellung von Gunter Hirt.

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