Gymnasium CHRISTIANEUM

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Die Geschichte der Schule
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Die Jahre 1664 bis 1799

 

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23.08.1664
Frederik III. von Dänemark verleiht Altona das Stadtrecht.
1668
Der Altonaer Bürgermeister Chr. Eyffer macht den Vorschlag, ein Gymnasium einzurichten.
1683-1690
Erste Lateinschule in Altona
(Einwohnerzahl der Stadt um 1698: über 1000).
1719-1724
Bau eines Schulgebäudes für eine neue Lateinschule in Altona auf Betreiben des Oberpräsidenten Graf Reventlow.
(Architekt: Stadtbaumeister Stallknecht, Erbauer des alten Rathauses).
Das barocke Mittelportal mit der Jahreszahl 1721 und der Inschrift IN FINE LAUS steht heute vor dem Eingang des Christianeums.
Die Türinschrift des zuerst gebauten südlichen Querflügels FELICITER TANDEM ist ebenfalls erhalten, die des nördlichen Querflügels EXSPECTATIONE MAIOR nicht mehr.
07.08.1724
Gründung der zweiten Altonaer lateinischen Stadtschule,
der Friedrichsschule (nach Frederik IV.),
Hoheschulstraße 8
.
24.04.1725
Beginn des Unterrichts an der neuen Friedrichsschule.
1726
Schülerzahl der Friedrichsschule: 160.
1727
Der Theologe J. O. Glüsing vermacht der Lateinschule seine wertvolle Büchersammlung. Sie wird der Grundstock der Historischen Bibliothek des Christianeums.
1727-1731
Ernst Georg Sonnin, der spätere Erbauer der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, ist Schüler der Friedrichsschule.
um 1735
Verfall der Schule. Der Rektor geht 1738 in den Kirchendienst.
03.02.1738
Durch Reskript des Königs CHRISTIAN VI. VON DÄNEMARK (in seiner Eigenschaft als Herzog von Holstein) wird die Friedrichsschule – auf Antrag des Altonaer Oberpräsidenten von Schomburg – zu einem Gymnasium Academicum aufgewertet; sie rückt damit in den Rang einer fürstlichen Landesschule im damaligen deutschen Staatenverbund auf.
Vorgesetzte Behörde der Schule wird bis zur Preußenzeit das sogenannte Gymnasiarchalkollegium; es besteht aus dem Oberpräsidenten von Altona, dem Propst, dem Bürgermeister und dem Stadtsyndikus.
19.09.1738
Die ersten acht Gymnasiasten tragen sich in die Matrikel ein. Dieser Tag gilt seitdem als Gründungstag des Gymnasiums.
1739-1744
Um- und Erweiterungsbau des Schulgebäudes Hoheschulstraße 8.
1740
In diesem Jahr besucht König Christian VI. die neue Einrichtung.
01.04.1740
Plan zum Aufbau der Anstalt mit
  • Gymnasium (hier sollen die Grundlagen der klassischen Fakultäten gelegt werden)
  • Pädagogium (zur Vermittlung einer höheren Bildung für Schüler, die keinen akademischen Abschluss anstreben)
  • Vorbereitungsschule (zur Vermittlung einer allgemeinen Bildung)
Zwecks Durchlässigkeit zwischen Gymnasium und Pädagogium sollen Niveaukurse eingerichtet werden, kein Klassensystem.
Nov 1743
Besuch des Kronprinzen, des späteren Königs Friedrich V., und seiner Braut; die Bibliothek ist im Gegensatz zu 1740 schon eingerichtet.
11.05.1744
Fundationsbrief König Christians VI. im Geiste der Aufklärung und besonders des Pietismus:
Als einzige Schule überhaupt (unter dänischer wie deutscher Herrschaft) erhält die neue Anstalt den Namen CHRISTIANEUM; der König orientiert sich damit an einem in Dänemark unbekannten Brauch.
Die Schule erhält eine eigene Gerichtsbarkeit, ein eigenes Siegel (eine strahlende Sonne über einem mit zarten Pflänzchen bewachsenen Hügel, umgeben mit dem Motto SUPERNIS ALIMUR VIRIBUS -„Von oben kommt die Kraft, die uns erhält.“- und den Sonderstatus, dass alle angehenden Akademiker aus den deutschsprachigen Landesteilen des dänischen Reiches zunächst zwei Jahre das Gymnasium Academicum in Altona besuchen müssen.
Neben den üblichen Unterrichtsfächern (Schwergewicht auf Latein, Rhetorik etc.) werden Vorlesungen in Theologie, Philosophie, Jura und Medizin gehalten, und es wird ein THEATRUM ANATOMICUM eingerichtet.
Der Unterschied zu einer Universität besteht nur im fehlenden Recht zur Verleihung akademischer Grade.
Einwohnerzahl Altonas: ca. 15000 - 16000
26.05.1744
Einweihung der Schule in Gegenwart des Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach, des königlichen Statthalters in den Herzogtümern.
1744-1750
Für wenige Jahre Angliederung eines Seminars für Kandidaten kirchlicher sowie schulischer Ämter.
1745
Schülerzahl des Christianeums: 45 Gymnasiasten.
1749
Der erste jüdische Schüler trägt sich in die Matrikel der Anstalt ein.
Lange Zeit gilt das Christianeum als einzige Schule in Deutschland, die jüdische Schüler aufnimmt.
(Von 1778 bis 1815 besuchen 110 jüdische Schüler das Christianeum.)
1754-1757
Der spätere Dichter Heinrich Wilhelm von Gerstenberg ist Schüler des Christianeums.
1757-1787
Johann Jacob Dusch, Dichter und Prosaiker, ist Professor und zeitweise Schulleiter am Christianeum.
1761-1771
Johann Bernhard Basedow, Hauptvertreter der Aufklärungspädagogik in Deutschland, lehrt als Professor der Moral am Christianeum.
1768
Durch die Schenkung des Professors J. P. Kohl, der dem Christianeum - gegen Steuererlass durch den dänischen König (Hamburg hatte abgelehnt!) - einen großen Teil seiner Büchersammlung überlässt, kommt auch der Codex Altonensis, eine besonders kunstvoll illustrierte Ausgabe von Dantes „Divina Commedia“ aus dem 14. Jahrhundert, in den Besitz der Bibliothek.
Zur Schenkung gehört auch der älteste Wiegendruck des Christianeums, eine Ausgabe des Valerius Maximus, 1471 gedruckt in der Werkstatt Peter Schöffers, des Gesellen Gutenbergs.
1771-1773
Nachdem 1767 durch den Kopenhagener Tauschvertrag die Stadt Kiel mit ihrer Universität an die Herzogtümer unter dänischer Herrschaft angegliedert wird, verliert das Gymnasium Academicum seine herausragende Stellung als führende deutschsprachige Bildungsanstalt und den Charakter einer Art Voruniversität (von Struensee begonnene Neuordnung, nach seinem Tod 1772 weitergeführt):
Akad. Gymnasium und Pädagogium werden in ein normales Gymnasium mit besonderer „Selekta“ als oberster Klassenstufe umgewandelt.
Jura, Medizin und Theologie entfallen; stärkere Wendung zum Rationalismus mit Betonung von Mathematik, Geschichte, Geographie; die Vorbereitungsschule besteht weiterhin.
Alle Untertanen im deutschen Landesteil, die studieren wollen, müssen jetzt zwei Jahre lang die Universität Kiel besuchen.
1775-1792
Johann Christoph Unzer, Dichter und Arzt in Altona, ist Professor am Christianeum.
1783-1785
Der später bekannte Philosoph und Aufklärer Salomon Maimon besucht die Schule.
1794
Unter Direktor Struve (Vater der berühmten Astronomen-Dynastie in Dorpat, St. Petersburg, Königsberg und Berlin) stärkere Betonung der Mathematik sowie des Griechischen.
1795-1829
Jes Bundsen, bedeutender dänischer Maler, ist Zeichenlehrer am Christianeum.