Gymnasium CHRISTIANEUM

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Die Geschichte der Schule
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Die Jahre 1900 bis 1945

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1901
Anpassung der Schule an die Erfordernisse der Zeit (Wirtschaft, Technik, Industrialisierung) durch die Einrichtung eines Ersatzunterrichts (Englisch, Französisch, Rechnen) für Griechisch ab Untertertia.
Winter 1901/1902
Erwerb der Kopie (angefertigt von Fritz Peters-Weber, 1903 - 1916 Zeichenlehrer am Christianeum) eines der berühmten Mommsen-Portraits von Franz v. Lenbach (er hatte es 1899 gemalt); immer noch im Bestand der Schule.
1902
Theodor Mommsen erhält den (zum zweiten Male vergebenen) Nobelpreis für Literatur. Er ist der erste Historiker als Träger des Preises, Churchill (1953) der zweite und bisher letzte.
1903
Offizielle Einführung des Realgymnasium-Zweiges: Zwei Schultypen bestehen jetzt nebeneinander am Christianeum.
1904
Abiturprüfung Hermann Weyls; er gilt als einer der bedeutendsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts für Mathematik und mathematische Physik.
1905
Vollendung der erneuten Vergrößerung des Schulgebäudes sowie des neuen Direktorenhauses.
1909
Erstes Abiturientenexamen des Realgymnasiums (letztes: 1959!).
1914 - 1918
1. Weltkrieg:
36 Schüler sind als Kriegsfreiwillige ins Heer eingetreten; 133 Schüler haben am Krieg teilgenommen.
Gefallene:
Ein Lehrer (dazu einer gestorben an Langzeitfolgen), 28 Schüler, 128 ehemalige Schüler.
1921
Schülerzahl: 270
(im Jahre 1917: 460 Schüler).
3. 11. 1922
Gründung der VEREINIGUNG EHEMALIGER CHRISTIANEER (V.e.C.).
28. 1. 1923
Enthüllung des von dem Altonaer Bildhauer Hans Waetke geschaffenen Ehrenmals für die im 1. Weltkrieg gefallenen Christianeer.
Die Gedenkrede hält Heinrich Landahl (Abitur am Christianeum 1913, Kriegsfreiwilliger, verwundet; nach dem 2. Weltkrieg Schulsenator in Hamburg).
Ostern 1924
Erste Klassenfahrt nach dem Kriege in die Schwäbische Alb.
1925
Begründung einer Ruderriege, die dem Hamburger Ruderklub “Favorite Hammonia“ angeschlossen wird.
Mai 1925 Erste Klassenreise nach Puan Klent auf Sylt.
1927 Als Abgeordnete von Puan Klent begrüßen Christianeer den Reichspräsidenten von Hindenburg bei der Eröffnung des nach ihm benannten Eisenbahndammes mit einem Transparent.
1930 Die erste Nummer des CHRISTIANEER erscheint, die erste Schulzeitung der Anstalt und Vorläufer der Zeitschrift CHRISTIANEUM;
nach 5 Ausgaben im November 1931 wieder eingegangen.
1. 10. 1933 Direktor Grosse und ein weiterer Lehrer werden aus politischen Gründen von den Nationalsozialisten entlassen.
19. 8. 1934 "Feierliche Vereidigung" des Lehrerkollegiums auf Adolf Hitler.
Anfang 1935 Trotz noch bestehender Freiwilligkeit sind schon 75% der Schüler Mitglieder von NS-Organisationen (1938 nach Zwangsmitgliedschaft: 97%), Lehrer: ca. 70% bei ungleich größerem Druck (1938: unbek.).
Ende 1935 Die Schülervereine KLIO und PALÄSTRA werden gleichgeschaltet und damit faktisch geschlossen.
1935 -
20. 1. 1936
Umbau und Modernisierung 6 (!) kleiner, zuletzt im Keller des Gebäudes in der Hoheschulstraße gelagerter Orgeln durch den Orgelbauer Paul Rother zu einem größeren Instrument.
30. 6. 1936 Große Einweihungsfeier anlässlich des Einzuges (Frühjahr 1936) in das neue, dem Bauhaus-Stil angenäherte Schulgebäude in der Roonstraße 200 (seit 1950 Behringstraße), das urspünglich für eine Akademie für Lehrerbildung vorgesehen und 1930/1931 fast fertiggestellt war; doch die Akademie wurde geschlossen (Architekt: Wilhelm H. Bahlsen).
Erst 1934 - 1936 wird das Gebäude von Erwin Genzmer als Schulgebäude für das Christianeum zu Ende gebaut.
Ostern 1937 Das Groß-Hamburg-Gesetz beendet die Zugehörigkeit des Christianeums zu Preußen.

Äußere Neuordnung des höheren Schulwesens:

  • Es gibt in Deutschland nur noch Oberschule, Aufbauschule, Gymnasium.
  • Die Dauer der höheren Schule wird um ein Jahr verringert.
  • Ziel der neuen Lehrpläne: Erziehung zu „echter Hingabe an Volk und Führer“ und dazu, „ein deutsches Leben zu führen“.

 

1938 Erster Schüleraustausch mit dem Ausland: Zehn Schüler nach England, drei Schüler nach Frankreich. Fortsetzung erst wieder nach dem Krieg möglich.

Erste Einberufungen von Lehrern zu Wehrmachtsübungen.

23 .- 25. 9. 1938 200-JAHR-FEIER des Christianeums
Bis dato größte Feier seit dem Gründungsakt der Schule mit eigenem Café, Restaurant, Weinstube, Küche, Eis- und Champagnerdiele sowie drei Tanzsälen im Schulgebäude.
Den Festakt beschlossen „ein dreifaches 'Sieg Heil' auf den Führer und das deutsche Volk und der Gesang der Nationallieder“.
Kaum berührt hiervon ist die FESTSCHRIFT (herausgegeben von StR. Heinz Schröder, nach dem Krieg einer der ersten Oberschulräte in Hamburg) mit ihren grundlegenden Darstellungen zur Schulgeschichte.
Weitere Begleitveranstaltungen: Festaufführung der „Antigone“ (Sophokles) im Altonaer Theater; Festmahl im „Kaiserhof“; Gottesdienst in der Christians-Kirche; Schiffsausflug zu „Cohrs“ (Lühe) mit der „Jan Molsen“!
18. 11. 1938 Der letzte jüdische Schüler muss das Christianeum verlassen.
17. 1. 1939 Gründung des VEREINS DER FREUNDE DES CHRISTIANEUMS.
Ostern 1939 Schülerzahl von Oberschule (= Realgymnasium) und Gymnasium: 538.
1. 7. 1939 Die erste Nummer der Schulzeitung CHRISTIANEUM erscheint (bis heute: 2009 – mit Unterbrechungen - im 64. Jahrgang).
Sommer 1939 Beschlagnahme der Turnhalle zur Lagerung von Getreide.
28. 8. 1939 1½ Wochen nach Ferienende (wenige Tage vor Kriegsbeginn am 1. 9. 1939) wird der Unterricht eingestellt, weil im Kellergeschoss Luftschutzräume geschaffen werden und die Wehrmacht 19 Räume beschlagnahmt, um eine Rettungsstelle und ein Hilfskrankenhaus einzurichten.
18. 9. 1939 Wiederaufnahme des Unterrichts in Vormittags- und Nachmittagsschichten.
Herbst 1939 Bis Anfang Dezember werden aus den beiden Oberklassen 24 Schüler zum Wehrdienst eingezogen und erhalten das Abiturzeugnis ohne Reifeprüfung; 28 machen bis zum 25. 1. 1940 Abitur, einer wird danach eingezogen.
In den Folgejahren regelmäßige Wiederholung ähnlicher Konstellation.
1. 12. 1939 Im 2. Heft der Schulzeitung werden die ersten sieben Gefallenen der ehemaligen Christianeer betrauert.
Januar 1940 Die Ausleseprüfung für höhere Schulen wird in Hamburg nur noch in „Zweifelsfällen“ durchgeführt, ansonsten gilt das Gutachten der Volksschule.
Ostern 1940 Schülerzahl: 580.
Ende 1940 Beginn der Verwandtenverschickung sowie der erweiterten (klassenweisen) Kinderlandverschickung mit den ersten Transporten von 120 Schülern nach Kamenz/ Sachsen sowie Neuhaus am Schliersee.
8. 5. 1941 Hauptverschickung von 130 Schülern ins Kloster Marienthal bei Zittau/Sachsen.
1941 Das Christianeum wird zu einem Zentrum der von der offiziellen Propaganda angefeindeten und schließlich von der Gestapo verfolgten Hamburger Swing-Jugend.
Ein Schüler wird mehrfach vor die Gestapo geladen und vom 24. 6. 1942 bis zum 7. 1. 1944 im Jugend-KZ Morungen inhaftiert.
8. 9. 1941 Schülerzahl: 600.
2. 9. 1942 Entlassung des Direktors Lau und weiterer drei Lehrer aus politischen Gründen; wesentlich dazu beigetragen haben die Aussagen mehrerer Spitzel (darunter einer aus dem Lehrerkollegium).
Einsetzung eines NS-Schulleiters.

Wiedereinführung der Aufnahmeprüfung für die höheren Schulen in Hamburg.

Dezember 1942 Mit dem Feldpostbrief vom Dezember 1942 (Beginn dieser Briefe: Anfang 1941) endet vorläufig der Versand der Zeitschrift „Christianeum“, die mit unzähligen Berichten und Grüßen Bindeglied ganzer Jahrgänge der Schule, die der Krieg auseinandergerissen hatte, geworden war, zuletzt aber vorrangig Todesanzeigen und Nachrufe enthielt.
Anfang 1943 Entlassung des Schriftleiters der Zeitschrift „Christianeum“, Dr. Gabe, aus politischen Gründen.
25. 7. 1943 Zerstörung des ehemaligen Schulgebäudes in der Hoheschulstraße nach dem Beginn der schweren Bombenangriffe auf Hamburg und Altona.
Kurz danach müssen andere Schulen (u.a. die Schlee-Schule) aufgrund der allgemeinen Zerstörungen in das Schulgebäude Roonstraße aufgenommen werden.
23. 3. 1945 Letzte Eintragung des NS-Schulleiters im „Mitteilungsbuch“; er wird am 27. 6. beurlaubt und am 12. 9.entlassen.
31. 3. 1945 Das Christianeum wird wie alle Hamburger Schulen geschlossen.
Das Schulgebäude wird als Lazarett genutzt.
20. 4. 1945 Der Volkssturm wird einquartiert.
4. 5. 1945 Die Engländer übernehmen das Gebäude bis zum 15. 10. 1945.