Gymnasium CHRISTIANEUM

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Die Geschichte der Schule
Die Jahre 1664 - 1799
Die Jahre 1800 - 1899
Die Jahre 1900 - 1945
Die Jahre 1945 - 1969
Die Jahre 1970 - 1989
Die Jahre 1990 - 2000
Die Jahre 2001 - 2010
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Im Kleinen spiegelt das Christianeum die Altonaer, schleswig-holsteinische, dänische und hamburgische Geschichte wider; viele Schüler und Lehrer nehmen auf sie Einfluss, vor allem im goldenen Zeitalter der Stadt Altona, der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der gefeierte deutsche Dichterfürst Friedrich Gottlieb Klopstock kommt oft zu Besuch ins Christianeum zu Johann Jacob Dusch, dem damaligen Direktor. Ein anderer Professor, der ebenfalls viel publiziert, ist der Philanthrop Johann Bernhard Basedow. Er macht sich durch seine Vorlesungen am Christianeum und durch seine Schriften im ganzen deutschen Sprachraum einen Namen und ruft mit seiner Forderung einer kindgemäßen Erziehung "gemäß den Gesetzen der Natur und Vernunft, zu weltbürgerlicher, bekenntnisfreier Gesinnung" den Widerstand orthodoxer Kreise hervor. Aus diesen Zeiten stammt die historische Bibliothek des Christianeums, die seit 1738 ein integraler Bestandteil der Schule ist. Mit ihren ca. 30.000 Bänden ist sie wohl die bedeutendste Schulbibliothek in Hamburg. Sie wird vor allem von Wissenschaft und Forschung genutzt, steht aber auch allen anderen Interessierten offen, insbesondere Schülern und Lehrern. Diese verfügen natürlich auch über andere Bibliotheken: Die Oberstufenbücherei samt Arbeitsräumen sowie die Unterstufenbücherei mit Schmökerecke und Ausleihe.


Zu den bis heute wirkenden und bekannten ehemaligen Schülern gehört der Selbstdenker Salomon Maimon, der sich durch seine scharfsinnige Auseinandersetzung mit Kant hervortut. Er ist einer der vielen jüdischen Schüler, die am Ende des 18. Jahrhunderts das Christianeum besuchen. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts stößt zu den Büchner, Grabbe, Heine und anderen Jungdeutschen als bekanntester Christianeer dieser Phase Ludolf Wienbarg, der seine "Ästhetischen Streifzüge" 1834 bei Hoffmann&Campe veröffentlicht. Als dieses Buch erscheint, besucht bereits ein jüngerer Schüler das Christianeum, auch ein
Querdenker, der aber im Unterschied zu Wienbarg gesellschaftlich wesentlich erfolgreicher ist, denn er wird später den Nobelpreis erhalten: Theodor Mommsen. Für das 20. Jahrhundert sei ein Schüler hervorgehoben, der als Architekt und Designer vor allem in Darmstadt, Nürnberg und Berlin zur Geltung kommt: Peter Behrens; er wird auch als Lehrer der Gropius, van der Rohe u.a. bekannt. Nach 1933 wird die herrschende Politik auch im Christianeum durchgesetzt. In der Schülerschaft geraten die Mitglieder der von ihrem Selbstverständnis her musikbegeisterten und eher unpolitischen Swing-Jugend in die Rolle von Staatsfeinden, zwei Direktoren müssen wegen Unbotmäßigkeit ihren Abschied nehmen. 1968 führt die Schüler- und Studentenbewegung zu einigen Turbulenzen: Ihr unmittelbares Ergebnis ist ein Modell der Mitberatung von Schülervertretern der Mttelstufe in allen Zeugniskonferenzen. Diese seinerzeit revolutionäre Innovation hat sich inzwischen über das Schulgesetz in ganz Hamburg durchgesetzt.

Einen tabellarischen Überblick über die Geschichte unseres Gymnasiums von 1664 bis in die Jetztzeit liefert eine Zusammenstellung von Gunter Hirt.

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Die Jahre 1664 bis 1799

 

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23.08.1664
Frederik III. von Dänemark verleiht Altona das Stadtrecht.
1668
Der Altonaer Bürgermeister Chr. Eyffer macht den Vorschlag, ein Gymnasium einzurichten.
1683-1690
Erste Lateinschule in Altona
(Einwohnerzahl der Stadt um 1698: über 1000).
1719-1724
Bau eines Schulgebäudes für eine neue Lateinschule in Altona auf Betreiben des Oberpräsidenten Graf Reventlow.
(Architekt: Stadtbaumeister Stallknecht, Erbauer des alten Rathauses).
Das barocke Mittelportal mit der Jahreszahl 1721 und der Inschrift IN FINE LAUS steht heute vor dem Eingang des Christianeums.
Die Türinschrift des zuerst gebauten südlichen Querflügels FELICITER TANDEM ist ebenfalls erhalten, die des nördlichen Querflügels EXSPECTATIONE MAIOR nicht mehr.
07.08.1724
Gründung der zweiten Altonaer lateinischen Stadtschule,
der Friedrichsschule (nach Frederik IV.),
Hoheschulstraße 8
.
24.04.1725
Beginn des Unterrichts an der neuen Friedrichsschule.
1726
Schülerzahl der Friedrichsschule: 160.
1727
Der Theologe J. O. Glüsing vermacht der Lateinschule seine wertvolle Büchersammlung. Sie wird der Grundstock der Historischen Bibliothek des Christianeums.
1727-1731
Ernst Georg Sonnin, der spätere Erbauer der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, ist Schüler der Friedrichsschule.
um 1735
Verfall der Schule. Der Rektor geht 1738 in den Kirchendienst.
03.02.1738
Durch Reskript des Königs CHRISTIAN VI. VON DÄNEMARK (in seiner Eigenschaft als Herzog von Holstein) wird die Friedrichsschule – auf Antrag des Altonaer Oberpräsidenten von Schomburg – zu einem Gymnasium Academicum aufgewertet; sie rückt damit in den Rang einer fürstlichen Landesschule im damaligen deutschen Staatenverbund auf.
Vorgesetzte Behörde der Schule wird bis zur Preußenzeit das sogenannte Gymnasiarchalkollegium; es besteht aus dem Oberpräsidenten von Altona, dem Propst, dem Bürgermeister und dem Stadtsyndikus.
19.09.1738
Die ersten acht Gymnasiasten tragen sich in die Matrikel ein. Dieser Tag gilt seitdem als Gründungstag des Gymnasiums.
1739-1744
Um- und Erweiterungsbau des Schulgebäudes Hoheschulstraße 8.
1740
In diesem Jahr besucht König Christian VI. die neue Einrichtung.
01.04.1740
Plan zum Aufbau der Anstalt mit
  • Gymnasium (hier sollen die Grundlagen der klassischen Fakultäten gelegt werden)
  • Pädagogium (zur Vermittlung einer höheren Bildung für Schüler, die keinen akademischen Abschluss anstreben)
  • Vorbereitungsschule (zur Vermittlung einer allgemeinen Bildung)
Zwecks Durchlässigkeit zwischen Gymnasium und Pädagogium sollen Niveaukurse eingerichtet werden, kein Klassensystem.
Nov 1743
Besuch des Kronprinzen, des späteren Königs Friedrich V., und seiner Braut; die Bibliothek ist im Gegensatz zu 1740 schon eingerichtet.
11.05.1744
Fundationsbrief König Christians VI. im Geiste der Aufklärung und besonders des Pietismus:
Als einzige Schule überhaupt (unter dänischer wie deutscher Herrschaft) erhält die neue Anstalt den Namen CHRISTIANEUM; der König orientiert sich damit an einem in Dänemark unbekannten Brauch.
Die Schule erhält eine eigene Gerichtsbarkeit, ein eigenes Siegel (eine strahlende Sonne über einem mit zarten Pflänzchen bewachsenen Hügel, umgeben mit dem Motto SUPERNIS ALIMUR VIRIBUS -„Von oben kommt die Kraft, die uns erhält.“- und den Sonderstatus, dass alle angehenden Akademiker aus den deutschsprachigen Landesteilen des dänischen Reiches zunächst zwei Jahre das Gymnasium Academicum in Altona besuchen müssen.
Neben den üblichen Unterrichtsfächern (Schwergewicht auf Latein, Rhetorik etc.) werden Vorlesungen in Theologie, Philosophie, Jura und Medizin gehalten, und es wird ein THEATRUM ANATOMICUM eingerichtet.
Der Unterschied zu einer Universität besteht nur im fehlenden Recht zur Verleihung akademischer Grade.
Einwohnerzahl Altonas: ca. 15000 - 16000
26.05.1744
Einweihung der Schule in Gegenwart des Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach, des königlichen Statthalters in den Herzogtümern.
1744-1750
Für wenige Jahre Angliederung eines Seminars für Kandidaten kirchlicher sowie schulischer Ämter.
1745
Schülerzahl des Christianeums: 45 Gymnasiasten.
1749
Der erste jüdische Schüler trägt sich in die Matrikel der Anstalt ein.
Lange Zeit gilt das Christianeum als einzige Schule in Deutschland, die jüdische Schüler aufnimmt.
(Von 1778 bis 1815 besuchen 110 jüdische Schüler das Christianeum.)
1754-1757
Der spätere Dichter Heinrich Wilhelm von Gerstenberg ist Schüler des Christianeums.
1757-1787
Johann Jacob Dusch, Dichter und Prosaiker, ist Professor und zeitweise Schulleiter am Christianeum.
1761-1771
Johann Bernhard Basedow, Hauptvertreter der Aufklärungspädagogik in Deutschland, lehrt als Professor der Moral am Christianeum.
1768
Durch die Schenkung des Professors J. P. Kohl, der dem Christianeum - gegen Steuererlass durch den dänischen König (Hamburg hatte abgelehnt!) - einen großen Teil seiner Büchersammlung überlässt, kommt auch der Codex Altonensis, eine besonders kunstvoll illustrierte Ausgabe von Dantes „Divina Commedia“ aus dem 14. Jahrhundert, in den Besitz der Bibliothek.
Zur Schenkung gehört auch der älteste Wiegendruck des Christianeums, eine Ausgabe des Valerius Maximus, 1471 gedruckt in der Werkstatt Peter Schöffers, des Gesellen Gutenbergs.
1771-1773
Nachdem 1767 durch den Kopenhagener Tauschvertrag die Stadt Kiel mit ihrer Universität an die Herzogtümer unter dänischer Herrschaft angegliedert wird, verliert das Gymnasium Academicum seine herausragende Stellung als führende deutschsprachige Bildungsanstalt und den Charakter einer Art Voruniversität (von Struensee begonnene Neuordnung, nach seinem Tod 1772 weitergeführt):
Akad. Gymnasium und Pädagogium werden in ein normales Gymnasium mit besonderer „Selekta“ als oberster Klassenstufe umgewandelt.
Jura, Medizin und Theologie entfallen; stärkere Wendung zum Rationalismus mit Betonung von Mathematik, Geschichte, Geographie; die Vorbereitungsschule besteht weiterhin.
Alle Untertanen im deutschen Landesteil, die studieren wollen, müssen jetzt zwei Jahre lang die Universität Kiel besuchen.
1775-1792
Johann Christoph Unzer, Dichter und Arzt in Altona, ist Professor am Christianeum.
1783-1785
Der später bekannte Philosoph und Aufklärer Salomon Maimon besucht die Schule.
1794
Unter Direktor Struve (Vater der berühmten Astronomen-Dynastie in Dorpat, St. Petersburg, Königsberg und Berlin) stärkere Betonung der Mathematik sowie des Griechischen.
1795-1829
Jes Bundsen, bedeutender dänischer Maler, ist Zeichenlehrer am Christianeum.


Die Jahre 1800 bis 1899

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1804-1807
Salomon Ludwig Steinheim, später bedeutender Altonaer Arzt, Philosoph, Theologe und Vorkämpfer jüdischer Emanzipation, ist Schüler des Christianeums.
1808
Mit der Schenkung des Altonaer Hauptpastors Johann Adrian Bolten, die u.a. 41 Wiegendrucke enthält, bekommt die Bibliothek einen ihrer bedeutendsten Schätze.
1814 Einquartierung eines Regiments von Kosaken im Christianeum, die gegen den mit Napoleon verbündeten dänischen König ziehen.
1816 König Frederik VI. schenkt der Bibliothek ein Exemplar der berühmten FLORA DANICA (15 Bände mit 45 Faszikeln und einem Supplement).
1816-1822 Ludolf Wienbarg, später Schriftsteller und Pionier des „Jungen Deutschland“, ist Schüler des Christianeums.
1828 Nachdem die Vorbereitungsschule 1825 eingegangen ist, wird sie als Quarta in engem Anschluss an das Gymnasium wieder eingeführt. Gründung des Altonaer Wissenschaftlichen Primanervereins KLIO.
1834-1838 Theodor Mommsen, später einer der bedeutendsten Historiker des 19. Jahrhunderts, ist Schüler des Christianeums.
In der KLIO hält er als Primaner seine ersten geschichtsphilosophischen Vorträge.
19.09.1838
„Frohe Säcularfeier des Königlichen Christianeums“.
10.02.1844 Neuordnung des Christianeums im Geist des (verstärkt christlich geprägten) Neuhumanismus:
Ausweitung des Altsprachlichen, Vernachlässigung der Naturwissenschaften sowie deutscher Literatur.

Die Anstalt wird zum schlichten fünfstufigen Gymnasium: die Selekta wird Prima, die alte Prima zur Sekunda usw.; aus der Vorbereitungsschule Quarta wird die Quinta.

Die Erteilung der Matrikel entfällt; das Matrikelverzeichnis wird bis heute weitergeführt.

Statt der Abiturientenprüfung wird eine eigenständige Arbeit über ein selbst gewähltes Thema in einer der alten Sprachen gefordert.

Bis zum Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 bleibt das Christianeum jedoch das größte und angesehenste Gymnasium Schleswig-Holsteins.

(Es gibt in den Herzogtümern generell nur drei Schultypen: einfache Landschule, Bürgerschule, Gymnasium. Adlige werden in der Regel durch Hauslehrer unterrichtet.)
1848 Erhebung Schleswig-Holsteins gegen Dänemark.

Vier der sieben Primaner nehmen an den Kämpfen der Jahre 1848 - 1850 teil.
1849 Die Sexta wird eingeführt.
1853 Erstmals wird das Christianeum einer fachlichen Aufsichtsbehörde unterstellt, einem Inspektor der höheren Lehranstalten des Herzogtums Holstein.
Wiedereinführung der Abiturprüfung
1863-1866 Der spätere Philosoph und Pädagoge Friedrich Paulsen ist Schüler des Christianeums.
30.10.1864 Im Vertrag von Wien werden Schleswig und Holstein an Preußen und Österreich abgetreten.
14.08.1865 Im Frieden von Gastein kommt Holstein (und damit auch Altona und das Christianeum) unter österreichische Verwaltung.
23.08.1866 Im Prager Frieden wird Schleswig-Holstein von Österreich an Preußen abgetreten; Altona (samt Christianeum) wird preußisch.
Im September hat das Christianeum 260 Schüler.
12.01.1867 Verkündung der Einverleibung Schleswig-Holsteins als preußische Provinz durch König Wilhelm I.
1867-1868 Mit der Neuordnung der schleswig-holsteinischen Verwaltung endet die Autonomie der Altonaer Gymnasialaufsicht; das ehemals Akademische, dann „Königliche“ Gymnasium wird dem Provinzialschulkollegium in Schleswig unterstellt. Mit dieser Einordnung in das preußische Schulwesen findet erstmalig eine Angleichung an die allgemeine deutsche Schulentwicklung statt.
1868 Teilung der Tertia in Untertertia und Obertertia.
1872-1873 Teilung von Sekunda und Prima in jeweils zwei Klassenstufen.
Erste Erweiterungsbauten der Schule wegen wachsender Schülerzahl.
1877-1882 Peter Behrens, später einer der bedeutendsten deutschen Architekten, Städtebauer und Vertreter des modernen Industriedesigns, ist Schüler des Christianeums.
1879-1880 Neubau des Christianeums.
25.09.1884 Einweihung der neuen Orgel (gebaut von Marcussen & Sohn in Apenrade 1880) anlässlich der Abiturientenentlassung;
auf Bitten der Schule hatte das preußische Unterrichtsministerium 3800 Mark für den Kauf bewilligt.
1885 Zu Ostern hat das Christianeum 461 Schüler.
Erste Klassenreise der Schule: Beide Primen fahren für zwei Tage nach Ostholstein.
1885-1890 Verdoppelung der Aufnahmetermine für Schüler: neben Ostern nunmehr auch an Michaelis; dadurch kann u.a. das Sitzenbleiben vermieden werden.
Ebenfalls Einführung zweier Abiturtermine.
Beides wird 1890 wieder abgeschafft.
19.09.1888 Im „Dreikaiserjahr“ Feier des 150-jährigen Schuljubiläums.
1890 Ein Seminar für die praktische und theoretische Ausbildung von Kandidaten für das höhere Lehramt wird mit der Schule verbunden. Tätig darin sind der Direktor und wenige ausgewählte Kollegen. Es existiert bis 1912.
1898-1899 Der Schülerturnverein PALÄSTRA wird gegründet.


Die Jahre 1900 bis 1945

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1901
Anpassung der Schule an die Erfordernisse der Zeit (Wirtschaft, Technik, Industrialisierung) durch die Einrichtung eines Ersatzunterrichts (Englisch, Französisch, Rechnen) für Griechisch ab Untertertia.
Winter 1901/1902
Erwerb der Kopie (angefertigt von Fritz Peters-Weber, 1903 - 1916 Zeichenlehrer am Christianeum) eines der berühmten Mommsen-Portraits von Franz v. Lenbach (er hatte es 1899 gemalt); immer noch im Bestand der Schule.
1902
Theodor Mommsen erhält den (zum zweiten Male vergebenen) Nobelpreis für Literatur. Er ist der erste Historiker als Träger des Preises, Churchill (1953) der zweite und bisher letzte.
1903
Offizielle Einführung des Realgymnasium-Zweiges: Zwei Schultypen bestehen jetzt nebeneinander am Christianeum.
1904
Abiturprüfung Hermann Weyls; er gilt als einer der bedeutendsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts für Mathematik und mathematische Physik.
1905
Vollendung der erneuten Vergrößerung des Schulgebäudes sowie des neuen Direktorenhauses.
1909
Erstes Abiturientenexamen des Realgymnasiums (letztes: 1959!).
1914 - 1918
1. Weltkrieg:
36 Schüler sind als Kriegsfreiwillige ins Heer eingetreten; 133 Schüler haben am Krieg teilgenommen.
Gefallene:
Ein Lehrer (dazu einer gestorben an Langzeitfolgen), 28 Schüler, 128 ehemalige Schüler.
1921
Schülerzahl: 270
(im Jahre 1917: 460 Schüler).
3. 11. 1922
Gründung der VEREINIGUNG EHEMALIGER CHRISTIANEER (V.e.C.).
28. 1. 1923
Enthüllung des von dem Altonaer Bildhauer Hans Waetke geschaffenen Ehrenmals für die im 1. Weltkrieg gefallenen Christianeer.
Die Gedenkrede hält Heinrich Landahl (Abitur am Christianeum 1913, Kriegsfreiwilliger, verwundet; nach dem 2. Weltkrieg Schulsenator in Hamburg).
Ostern 1924
Erste Klassenfahrt nach dem Kriege in die Schwäbische Alb.
1925
Begründung einer Ruderriege, die dem Hamburger Ruderklub “Favorite Hammonia“ angeschlossen wird.
Mai 1925 Erste Klassenreise nach Puan Klent auf Sylt.
1927 Als Abgeordnete von Puan Klent begrüßen Christianeer den Reichspräsidenten von Hindenburg bei der Eröffnung des nach ihm benannten Eisenbahndammes mit einem Transparent.
1930 Die erste Nummer des CHRISTIANEER erscheint, die erste Schulzeitung der Anstalt und Vorläufer der Zeitschrift CHRISTIANEUM;
nach 5 Ausgaben im November 1931 wieder eingegangen.
1. 10. 1933 Direktor Grosse und ein weiterer Lehrer werden aus politischen Gründen von den Nationalsozialisten entlassen.
19. 8. 1934 "Feierliche Vereidigung" des Lehrerkollegiums auf Adolf Hitler.
Anfang 1935 Trotz noch bestehender Freiwilligkeit sind schon 75% der Schüler Mitglieder von NS-Organisationen (1938 nach Zwangsmitgliedschaft: 97%), Lehrer: ca. 70% bei ungleich größerem Druck (1938: unbek.).
Ende 1935 Die Schülervereine KLIO und PALÄSTRA werden gleichgeschaltet und damit faktisch geschlossen.
1935 -
20. 1. 1936
Umbau und Modernisierung 6 (!) kleiner, zuletzt im Keller des Gebäudes in der Hoheschulstraße gelagerter Orgeln durch den Orgelbauer Paul Rother zu einem größeren Instrument.
30. 6. 1936 Große Einweihungsfeier anlässlich des Einzuges (Frühjahr 1936) in das neue, dem Bauhaus-Stil angenäherte Schulgebäude in der Roonstraße 200 (seit 1950 Behringstraße), das urspünglich für eine Akademie für Lehrerbildung vorgesehen und 1930/1931 fast fertiggestellt war; doch die Akademie wurde geschlossen (Architekt: Wilhelm H. Bahlsen).
Erst 1934 - 1936 wird das Gebäude von Erwin Genzmer als Schulgebäude für das Christianeum zu Ende gebaut.
Ostern 1937 Das Groß-Hamburg-Gesetz beendet die Zugehörigkeit des Christianeums zu Preußen.

Äußere Neuordnung des höheren Schulwesens:

  • Es gibt in Deutschland nur noch Oberschule, Aufbauschule, Gymnasium.
  • Die Dauer der höheren Schule wird um ein Jahr verringert.
  • Ziel der neuen Lehrpläne: Erziehung zu „echter Hingabe an Volk und Führer“ und dazu, „ein deutsches Leben zu führen“.

 

1938 Erster Schüleraustausch mit dem Ausland: Zehn Schüler nach England, drei Schüler nach Frankreich. Fortsetzung erst wieder nach dem Krieg möglich.

Erste Einberufungen von Lehrern zu Wehrmachtsübungen.

23 .- 25. 9. 1938 200-JAHR-FEIER des Christianeums
Bis dato größte Feier seit dem Gründungsakt der Schule mit eigenem Café, Restaurant, Weinstube, Küche, Eis- und Champagnerdiele sowie drei Tanzsälen im Schulgebäude.
Den Festakt beschlossen „ein dreifaches 'Sieg Heil' auf den Führer und das deutsche Volk und der Gesang der Nationallieder“.
Kaum berührt hiervon ist die FESTSCHRIFT (herausgegeben von StR. Heinz Schröder, nach dem Krieg einer der ersten Oberschulräte in Hamburg) mit ihren grundlegenden Darstellungen zur Schulgeschichte.
Weitere Begleitveranstaltungen: Festaufführung der „Antigone“ (Sophokles) im Altonaer Theater; Festmahl im „Kaiserhof“; Gottesdienst in der Christians-Kirche; Schiffsausflug zu „Cohrs“ (Lühe) mit der „Jan Molsen“!
18. 11. 1938 Der letzte jüdische Schüler muss das Christianeum verlassen.
17. 1. 1939 Gründung des VEREINS DER FREUNDE DES CHRISTIANEUMS.
Ostern 1939 Schülerzahl von Oberschule (= Realgymnasium) und Gymnasium: 538.
1. 7. 1939 Die erste Nummer der Schulzeitung CHRISTIANEUM erscheint (bis heute: 2009 – mit Unterbrechungen - im 64. Jahrgang).
Sommer 1939 Beschlagnahme der Turnhalle zur Lagerung von Getreide.
28. 8. 1939 1½ Wochen nach Ferienende (wenige Tage vor Kriegsbeginn am 1. 9. 1939) wird der Unterricht eingestellt, weil im Kellergeschoss Luftschutzräume geschaffen werden und die Wehrmacht 19 Räume beschlagnahmt, um eine Rettungsstelle und ein Hilfskrankenhaus einzurichten.
18. 9. 1939 Wiederaufnahme des Unterrichts in Vormittags- und Nachmittagsschichten.
Herbst 1939 Bis Anfang Dezember werden aus den beiden Oberklassen 24 Schüler zum Wehrdienst eingezogen und erhalten das Abiturzeugnis ohne Reifeprüfung; 28 machen bis zum 25. 1. 1940 Abitur, einer wird danach eingezogen.
In den Folgejahren regelmäßige Wiederholung ähnlicher Konstellation.
1. 12. 1939 Im 2. Heft der Schulzeitung werden die ersten sieben Gefallenen der ehemaligen Christianeer betrauert.
Januar 1940 Die Ausleseprüfung für höhere Schulen wird in Hamburg nur noch in „Zweifelsfällen“ durchgeführt, ansonsten gilt das Gutachten der Volksschule.
Ostern 1940 Schülerzahl: 580.
Ende 1940 Beginn der Verwandtenverschickung sowie der erweiterten (klassenweisen) Kinderlandverschickung mit den ersten Transporten von 120 Schülern nach Kamenz/ Sachsen sowie Neuhaus am Schliersee.
8. 5. 1941 Hauptverschickung von 130 Schülern ins Kloster Marienthal bei Zittau/Sachsen.
1941 Das Christianeum wird zu einem Zentrum der von der offiziellen Propaganda angefeindeten und schließlich von der Gestapo verfolgten Hamburger Swing-Jugend.
Ein Schüler wird mehrfach vor die Gestapo geladen und vom 24. 6. 1942 bis zum 7. 1. 1944 im Jugend-KZ Morungen inhaftiert.
8. 9. 1941 Schülerzahl: 600.
2. 9. 1942 Entlassung des Direktors Lau und weiterer drei Lehrer aus politischen Gründen; wesentlich dazu beigetragen haben die Aussagen mehrerer Spitzel (darunter einer aus dem Lehrerkollegium).
Einsetzung eines NS-Schulleiters.

Wiedereinführung der Aufnahmeprüfung für die höheren Schulen in Hamburg.

Dezember 1942 Mit dem Feldpostbrief vom Dezember 1942 (Beginn dieser Briefe: Anfang 1941) endet vorläufig der Versand der Zeitschrift „Christianeum“, die mit unzähligen Berichten und Grüßen Bindeglied ganzer Jahrgänge der Schule, die der Krieg auseinandergerissen hatte, geworden war, zuletzt aber vorrangig Todesanzeigen und Nachrufe enthielt.
Anfang 1943 Entlassung des Schriftleiters der Zeitschrift „Christianeum“, Dr. Gabe, aus politischen Gründen.
25. 7. 1943 Zerstörung des ehemaligen Schulgebäudes in der Hoheschulstraße nach dem Beginn der schweren Bombenangriffe auf Hamburg und Altona.
Kurz danach müssen andere Schulen (u.a. die Schlee-Schule) aufgrund der allgemeinen Zerstörungen in das Schulgebäude Roonstraße aufgenommen werden.
23. 3. 1945 Letzte Eintragung des NS-Schulleiters im „Mitteilungsbuch“; er wird am 27. 6. beurlaubt und am 12. 9.entlassen.
31. 3. 1945 Das Christianeum wird wie alle Hamburger Schulen geschlossen.
Das Schulgebäude wird als Lazarett genutzt.
20. 4. 1945 Der Volkssturm wird einquartiert.
4. 5. 1945 Die Engländer übernehmen das Gebäude bis zum 15. 10. 1945.


Die Jahre 1945 bis 1969
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6. 8. 1945
Wiederbeginn des Unterrichts für die Klassen 1 bis 4 in Hamburg, für die höheren Schulen am 1. 10. 1945.
22. 10. 1945 Wiederbeginn des Unterrichts am Christianeum.
Traurige Bilanz: 192 Schüler, Lehrer oder ehemalige Schüler sind dem Krieg oder politischer Verfolgung zum Opfer gefallen.
1945 - 1947 Da der größte Teil der Bücherbestände durch Auslagerung gerettet worden war, wird ca. die Hälfte der Bücher der Bibliothek des Christianeums von der Staats- und Universitätsbibliothek konfisziert, die erhebliche Verluste durch Bombenschäden erlitten hatte.
6. 9. 1945 Beim Schülereinsatz zur Bergung von Baumaterial in Ottensen werden nach einem Mauereinsturz ein Schüler des Christianeums getötet und ein zweiter verletzt.
Ende 1945 Beginn der Schulspeisung in Hamburg;
ab 3. 6. 1948 verstärkt durch die USA.
14. 1. 1946 Schülerzahl des Christianeums: 680.
Ostern 1946 Wohl zum ersten Male seit der Einführung der Reifeprüfung findet am Christianeum kein Abitur statt.
9. 5. 1946 Schülerzahl des Christianeums: 792.
12. 12. 1946 Erster Elternrat nach dem Kriege gewählt.
Februar 1947 Unterricht in drei Schichten, da es nur 4 Öfen gibt!
März 1947 Erste Reifeprüfung nach dem Kriege:
Die schriftlichen Arbeiten werden in der Albrecht-Thaer-Schule am Holstenglacis angefertigt.
Die Abiturientenentlassung (im Beisein des 1945 zum Oberschulrat ernannten Heinz Schröder) erfolgt in Mänteln im ungeheizten Musiksaal, da die Aula noch von Vögeln und Ratten wimmelt und das vorgesehene alte Lehrerzimmer am Entlassungstag unerwartet vom Schmelzwasser der Schneemassen auf dem Dach überschwemmt ist.
8. 4. 1947 Beginn der „Ära“ des neuen Direktors Dr. Gustav Lange
(bis 31. 3. 1963).
April 1947 Erste Begrüßungsfeier (überhaupt) für die Schulanfänger mit einer Aufführung der 6. Klassen.
3. 6. 1947 Erster Wandertag nach dem Krieg.
Sommer 1947 Wiederbeginn der Klassenreisen nach Puan Klent, in die Lüneburger Heide, in den Harz und an die Ostsee.
Der Schülerturnverein PALÄSTRA wird wiederbegründet, Ende der 50er Jahre geht er endgültig ein.
13. 9. 1947 Erstes Schulsportfest nach dem Krieg
20. 10. 1947 In einer Eingabe an die Schulbehörde begründet der Elternrat den Wunsch nach Beibehaltung der 4-jährigen Grundschule.
Nach den Wahlen in Hamburg 1949 wird die 6-jährige Grundschule durchgesetzt, nach einmaligem Durchgang aber wieder abgeschafft.
(Im Vorgriff darauf dürfen aber 1953 wieder Viertklässler für die wissenschaftliche Oberschule angemeldet werden, so dass am Christianeum auch wieder Latein ab Klasse 5 und Englisch ab Klasse 7 unterrichtet werden können.)
15. 11. 1948 Der „Verein der Freunde des Christianeums“ und die „Vereinigung ehemaliger Christianeer“ nehmen ihre Tätigkeit wieder auf.
Februar 1949 Die Schulzeitung CHRISTIANEUM erscheint wieder unter alter Leitung im 5. Jahrgang.
November 1949 Erste Wahl von Präfekten durch die Schüler der Oberklassen (nach englischem Vorbild) als eigenständige Form der in Hamburg eingeführten SMV;
Vorläufer der heutigen SV (Schülervertretung).
9. 11. 1949 Besuch des Schulsenators Landahl: Er überreichte der Schule den Prof.-Wolfgang-Meyer-Preis für die besten sportlichen Leistungen der Knaben-Oberschulen Hamburgs.
20. 11. 1949 Erstes Winterfest des Vereins der Freunde des Christianeums nach dem Krieg.
Die Veranstaltung muss wegen Überfüllung polizeilich geschlossen werden.
1950 Aufblühen von Jazzbands am Christianeum.
1. 9. 1950 Sommerfest der ganzen Schule im Altonaer Volkspark
(nicht mehr wie früher in Pinneberg).
5. 9. 1950 Erster „Offener Unterrichtstag“ am Christianeum.
Juli 1951 Einstellung der Schulspeisung.

Wiederaufnahme des Schüleraustausches mit England: Besuch der Klasse 9g2 in Middlesbrough mit anschließendem Gegenbesuch;
keine „Traditionsentwicklung“.

Das Altonaer Museum gibt 5 Gemälde, Leihgaben aus der Amtszeit des Direktors Dr. Arnoldt (1894-1908), wieder zurück. Es sind Ölportraits wichtiger Persönlichkeiten aus der Gründungs- und Frühgeschichte der Schule:
v. Schomburg, v. Söhlenthal, v. Lynar, Frederik V., Christian VII.
(noch heute im Bestand).

November 1951 Erste Nummer der Schülerzeitung DIE LUPE
(letzte Ausgabe: Ende 1970).
8. 3. 1952 Erstmalige Teilnahme von Jubiläumsabiturienten (Abitur vor 30, 40 und 50 Jahren) an der Abiturientenentlassungsfeier.
Ostern 1952 Die Einrichtung einer neuen 7. Klasse des realgymnasialen Zweiges (im 50. Jahr seines Bestehens) wird nicht gestattet.
Damit beginnt der Abbau des Realgymnasiums am Christianeum.
Sommer 1952 Der ehemalige Schüler Claus Groth (1949 nach der 10. Klasse abgegangen) wird bester Schuhmachergeselle der Bundesrepublik.
26. 3. 1953 Feier zur Wiederherstellung der alten Orgel durch den Orgelbaumeister Rudolf von Beckerath.
Sommer 1953 Erste Klassenreise (abgesehen vom England-Austausch) einer (12.) Klasse des Christianeums ins Ausland – nach Italien!
12. 9. 1953 Erstes Schul-Sommerfest überhaupt in der Schule.
23.10.1954 Letzte Gedenkstunde für die deutschen Kriegsgefangenen.
März 1955 Erste Reise einer (13.) Klasse nach Griechenland (dieselbe Klasse, die ein Jahr zuvor nach Italien fuhr): nach dem Abitur, mit dem Klassenlehrer!
Ostern 1955 Drei neu errichtete Pavillons mit 6 Unterrichtsräumen können bezogen werden.
Dadurch kommen 16 Klassen in den Genuss eines normalen Vormittagsunterrichts.
August 1955 Die Schlee-Schule bezieht ein eigenes Gebäude.
Nach zehn Jahren kehren damit alle Klassen des Christianeums zum Vormittagsunterricht zurück!
1955 - 1962 Generalüberholung des Schulgebäudes.
1956 Versorgung aller Räume mit modernem Mobiliar.
19. 9. 1956 Bürgermeister Engelhard übergibt in einer Feierstunde den neuen Sportplatz seiner Bestimmung.
14. 3. 1957 DIE LUPE wird zur besten Schülerzeitung Hamburgs erklärt und erhält den Peter-Zenger-Wanderpreis.
1. 3. 1958 Erste Abiturientenentlassung in der renovierten Aula in Gegenwart des Schulsenators (und früheren Schülers) Landahl.
28. 2. 1959 Abiturientenentlassung in Anwesenheit des Bürgermeisters Brauer.
Der Direktor widmet dem mit diesem Jahrgang auslaufenden Realgymnasium im Christianeum einen ehrenden Nachruf. Anschließend spricht Bürgermeister Brauer zu den Abiturienten.
10. 3. 1960 DIE LUPE gewinnt zum zweiten Male den Peter-Zenger-Wanderpreis als beste Hamburger Schülerzeitschrift.
1. 7. 1960 Die letzten Klassen der Schlee-Schule verlassen das Gebäude. Dadurch stehen alle Räume wieder dem Christianeum zur Verfügung.
13. 11. 1960 Enthüllung des von Gerhard Marcks geschaffenen Christianeer-Ehrenmals für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs, gestiftet von den Eltern der Schule. Die Gedenkrede hält Senator Landahl.
1962 Gründung des C-Orchesters (nur Bläser):
Urzelle der sich durch die Einbeziehung des Jazz (seit 1973) entwickelnden Brass Band, die seit 1975 auch so heißt;
Leitung seit dem 1. 5. 1974: Werner Achs (bis zur Pensionierung im Sommer 2006), danach: Timo Sauerwein.
9. 3. 1963 Abiturientenentlassung mit der Rede des „Goldenen Abiturienten“ Senator Landahl.
3. 4. 1963 Einführung des neuen Schulleiters Hans Kuckuck
(Amtszeit bis 30. 10. 1977).
3. 7. 1963 Schülerzahl des Christianeums: 512.
19./20. 9. 1963 225-Jahr-Feier des Christianeums
Bereits unter dem Eindruck des drohenden Gebäudeabrisses, mit Festakt (Grußworte des Senats: Innensenator Helmut Schmidt; Festrede Prof. Haas: “Was erwartet die Universität von der Schule?“), Theater, Schuloper, Tanz, Bewirtung etc. – alles in der Schule.
29. 2. 1964 Bei der Abiturientenentlassungsfeier erstmals Übergabe einer Prämie aus dem „Dr.-Gustav-Lange-Fonds“ zur Durchführung von Hellas-Reisen, begründet aus einer Geldsammlung 1963 von Eltern zugunsten eines Abschiedsgeschenks für den scheidenden Direktor. Die Summe fiel unerwartet hoch aus, so daß Letzterer sie in seinem Sinne umwidmete.
Seit Abitur 1965 regelmäßig vergeben als „Dr.-Gustav-Lange-Preis“ für die beste Leistung auf musischem Gebiet.
13. 5. 1964 Nachdem im Rahmen der 1960 beschlossenen Westtangente bzw. der Elbtunnel-Planungen der Abriss des Christianeums-Gebäudes als unumgänglich feststeht, erteilt die Hamburgische Bürgerschaft dem Senat den Auftrag, „rechtzeitig mit Planung und Durchführung eines der Tradition des Christianeums entsprechenden Neubaus zu beginnen“.
Dieser Zusatz entsteht durch starken öffentlichen Druck.
7. 10. 1964 Ausschreibung eines internationalen Architekten-Wettbewerbs mit gezielter Einbeziehung dänischer Beteiligung.
April 1965 Einführung der Koedukation am Christianeum sowie Eintritt der ersten weiblichen Lehrkraft ins Kollegium.
5. 5. 1965 Vorstellung der Faksimile-Ausgabe (600 Exemplare) des Codex Altonensis der „Divina Commedia“ Dantes, die mit Geldern der Stiftung Volkswagenwerk finanziert worden ist;
Initiator und Herausgeber ist der Schulbibliothekar Dr. Haupt.
15. 6. 1965 Beim Architekten-Wettbewerb für den Neubau des Christianeums erhält der Entwurf des dänischen Architekten Arne Jacobsen und seines Associés Otto Weitling den ersten Preis.
Ostern 1966 Neuordnung des Unterrichts im Griechischen:
Beginn ab Klasse 9 statt wie bisher ab Klasse 8.
(Dazu Schulleiter Kuckuck: „Angriff auf die Substanz des altsprachlichen Gymnasiums“.)
Januar 1967 Letzte Aufnahmeprüfung für die Sexta in Hamburg.
30. 11. 1967 Feier anlässlich der Wiederkehr des 150. Geburtstages Theodor Mommsens.
3. 4. 1968 Oberstufenschüler dürfen laut Konferenzbeschluss in den Pausen in den Klassenräumen bleiben;
die Einrichtung eines Raucherzimmers wird empfohlen.
8. 5. 1968 Erster Spatenstich für den Neubau des Christianeums nach dem - aus finanziellen Gründen etwas reduzierten - Entwurf Arne Jacobsens.
26. 9. 1968 Grundsteinlegung für das neue Schulgebäude in Anwesenheit des Schulsenators Drexelius.
Ostern 1969 Einführung des Russischen (als Alternative zum Griechischen) als dritte (obligatorische) Fremdsprache in Klasse 9.
Nach Festsetzung der neuen „Bestimmungen über Schülervertretungen und Schülergruppen“ entsteht am Christianeum als Form der Schülervertretung das „Kollektiv“ (anstelle der bisherigen ressortzuständigen Präfekten).
Sommer 1969 Beginn eines zweijährigen Unterrichtsversuchs als Probedurchgang für das geplante neue Oberstufen-Kurssystem in Gemeinschaftskunde und Sport: Differenzierung des Unterrichts der Klassen 12 und 13 durch Kurswahl aus vier Kursen (Aufhebung des Klassensystems).

Einführung der Schülermitberatung bei den Zeugniskonferenzen der zehnten Klassen (unter Ausschluss der Abstimmung über die Versetzung) – zu diesem Zeitpunkt in Hamburg noch ohne Beispiel;
am 16. 6. 1975 als Versuchsmodell endgültig durch die Schulbehörde genehmigt.



Die Jahre 1970 bis 1989

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Januar 1970
Erstmals nehmen einzelne Schüler der 12. Klassen als Zuhörer an den Abiturprüfungen teil.
22. 1. 1970 Die Abiturienten werden auf eigenen Wunsch formlos entlassen und holen sich das Abiturzeugnis im Sekretariat ab.
26. 2. 1970 Richtfest für das neue Schulgebäude.
Schuljahr 1970/71 Einführung der 5-Tage-Woche auch in der Schule.
Beginn des Aufbaues eines Chores ab Klasse 5 in der noch heute gültigen Form durch Dietmar Schünicke.
Ostern 1971 Einführung der reformierten Oberstufe am Christianeum sowie an 16 anderen Hamburger Gymnasien als Pionierschulen (differenzierter Unterricht in Deutsch, Latein, Mathematik mit Kurssystem) nach der „Vereinbarung der Kultusministerkonferenz (KMK) über die neugestaltete Oberstufe“, die 1972 endgültig verabschiedet wird.
19. 4. 1971 Umzug der Schule in das zu etwa zwei Dritteln fertig gestellte neue Gebäude in der Otto-Ernst-Str. 34.
Mai 1971 Abriss des alten Gebäudes in der Behringstraße.
August 1971 Gründung des A-Chores (ab Klasse 8), der sich zum größten Schulchor Deutschlands entwickelt; Leitung: Dietmar Schünicke (bis zur Pensionierung im Sommer 2008), danach: Michael Jan Haase.
8. 6. 1972 Vorstellung des Informationspapiers der Deutsch-Fachkonferenz zum Deutschunterricht am Christianeum (es wird sogar in der Hamburgischen Bürgerschaft diskutiert).
15./16. 9. 1972 Übergabe des vollendeten Schulneubaus - leider nicht mehr in Anwesenheit Arne Jacobsens (verstorben am 24. 3. 1971), mit anschließendem Schulfest;
inbegriffen ist die Besichtigung des Autobahn-Elbtunnels, für dessen Zufahrtsweg das alte Gebäude abgerissen werden musste.
12. 4. 1973 Das neue Hamburger Schulverwaltungsgesetz tritt in Kraft (mit Einführung der Schulkonferenz, die aus Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern sowie einem Vertreter des nichtpädagogischen Personals besteht).
Oktober 1973 Erstmalige Teilnahme aller Oberstufenschüler (jahrgangsübergreifend) an ein- bis dreiwöchigen Studienprojekten;
daraus entwickeln sich die in zweijährigem Turnus durchgeführten Projektreisen.
Sommer 1974 Gründung der zweiten Schülerzeitung von Bedeutung: DIE ZWIEBEL;
sie besteht bis 1984.
Advent 1974 Begründung der seitdem alljährlich stattfindenden Adventskonzerte des Christianeums mit allen Chören und Orchestern:
  • 1974-1977
    Christianskirche in Ottensen
  • 1978
    St.Trinitatis-Kirche in Altona (Anknüpfung an frühere Beziehungen zur Hauptkirche Altonas seit den Gründungsfeierlichkeiten der Schule 1744)
  • 1979
    Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg
  • seit 1980
    in der Hauptkirche St. Michaelis in Hamburg
1975/1976 Intensive Diskussion behördlicher Schulentwicklungspläne (SEPL) in Erwartung von „Lehrerschwemme“ und „Pillenknick“, nach denen das Christianeum in eine Stufenschule (Oberstufenzentrum) umgewandelt werden soll; der Plan kann nicht durchgesetzt werden.
16. 9. 1976 Feierliche Übergabe eines Ölportraits des Schulgründers Christian VI. durch den dänischen Botschafter Frode Schoen als Geschenk der bedeutenden dänischen „Carlsberg-Stiftung“ anlässlich der 238. Jährung des Gründungstages der Schule (19. 9.) sowie (nachträglich) der 232. Wiederkehr des Namenstages (11. 5. 1744).
Die Initiative zu diesem Geschenk ist von Botschafter Schoen selber ausgegangen, dessen Nachforschungen zur Frage, warum eine solche Portraitgabe nicht zur Gründungszeit der Schule erfolgte, ergebnislos geblieben sind.
25. 10. 1976 Eröffnung der Cafeteria MIC („Mittagessen im Christianeum“) – notwendige Folge von Oberstufenreform und Stundenplangestaltung.
17. 12. 1976 Erster Weihnachtsbasar der 5. und 6. Klassen, der im Folgejahr auf Anregung der SV erweitert und seitdem kontinuierlich zugunsten wechselnder karitativer Zwecke veranstaltet wird.
6. 6. 1977 Überreichung einer von Kollegen, Schülern und Freunden verfassten Festschrift an Schulleiter Kuckuck anlässlich seines 65. Geburtstages.
10. 1. 1978 Amtseinführung des neuen Schulleiters Ulf Andersen (Amtsdauer bis 31. 7. 2005).
Frühjahr 1978 Herausgabe des ersten Schüler-Jahrbuchs am Christianeum; mit wenigen Unterbrechungen in der Frühzeit jährliches Erscheinen zur Abiturientenentlassung (nicht zu verwechseln mit dem jeweiligen jahrgangsinternen „Abi-Buch“).
1. 9. 1978 Erfolgreicher Abschluss der mehr als zweijährigen Reparaturarbeiten am Dach des Christianeums, dessen Leckagen jahrelang den Einsatz dutzender Plastikwannen erfordert hatten.
7. 9. 1978 Schülerzahl des Christianeums: 1007 (bis dato höchste Anzahl).
Januar 1979 Als eines der ersten Hamburger Gymnasien führt das Christianeum ein obligatorisches dreiwöchiges Betriebspraktikum in der Vorstufe ein.
Juli 1979 Der erste Tisch-Computer wird installiert, ein Commodore-Rechner;
Beginn des Informatik-Unterrichts durch Herrn Stenzel.
6. 8. 1980 Beginn eines dreijährigen Sanskrit-Kurses mit Herrn Becker – vermutlich zum erstenmal Altindisch an einem deutschen Gymnasium.
Mai 1981 Erstes Eltern-Lehrer-Seminar. Thema: „Erziehungsziele in Schule und Elternhaus“;
seit 1983 alle 2 Jahre Eltern-Lehrer-Schüler-Seminare (E-L-S) mit jeweils aktuellem Thema.
Sommer 1981 Wiederaufnahme des Schüleraustausches mit England (Birkenhead bei Liverpool);
nach zweimaliger Wiederholung 1984/85 sowie 1986/87 aber abgebrochen: Das Fach „Deutsch“ ist dort eingestellt worden.
November 1981 Der neue Steinway-Flügel wird eingeweiht.
Sommer 1982 Erste Projektwoche für die ganze Schule („Friedenswoche“).
Sommer 1983 Mit der Aufführung der „Dreigroschenoper“ durch die Theatergruppe eines Deutsch-Leistungskurses beginnt die Ära des Unterrichtsfaches „Darstellendes Spiel“ (DSP) unter der Leitung von Günther Schäfer.
Die APOgyO („Allgemeine Prüfungsordnung für die gymnasiale Oberstufe“) verschärft die Zulassungsvoraussetzungen für die Abiturprüfung.
Sommer 1984 Einführung des „Certificate of Proficiency in English“ der Universität Cambridge (CPE): Zusatzqualifikation, mit der die sprachlichen Aufnahmebedingungen aller britischen Universitäten erfüllbar sind, Ende der 90-er Jahre eingestellt;
seit 1. 2. 2008 Nachfolge durch das USA-Testprogramm „TOEFL“ ("Test of English as a Foreign Language").
12. Juli 1985 Helene Thomsen, Bibliothekarin von Beruf, beendet ihren ehrenamtlichen Dienst in der Bibliothek des Christianeums, den sie als Ruheständlerin im März 1973 nach dem Tode ihres Mannes, des ehemaligen Christianeers Dipl.-Ing. Johannes Thomsen, aufgenommen hatte. Sie hat den gesamten Bestand maschinenschriftlich aufgenommen und durch die Erstellung von Stichwort-, Standort- und alphabetischem Katalog entscheidend dazu beigetragen, die Bibliothek benutzbar zu machen.
Schuljahr 1985/1986 Als zusätzliches Unterrichtsfach für die Oberstufe wird Chinesisch eingeführt.
10. 10. 1985 Eröffnung des Wasserlabors (Schulbezirkszentrum für Biologie).
17. 4. 1986 Festkonzert in der Aula zur Einweihung der neuen Walcker-Orgel, die seit 1962 im jetzt geschlossenen Kirchenpauer-Gymnasium gestanden hatte; die alte Orgel in der Behringstraße war zum Zeitpunkt des Umzuges 1971 in die Otto-Ernst-Straße nicht mehr spielbar.
24./25. 6. 1986 Einbeziehung des Christianeums in etliche Veranstaltungen des Internationalen P.E.N.-Kongresses in Hamburg, u.a. mit Hermann Kant, dem Präsidenten des Schriftsteller-Verbandes der DDR, dessen Vater ihm einst das Christianeum als Negativ-Beispiel einer Schule dargestellt hatte.
November 1986 Erste Christianeums-Schüler in Leningrad;
Mai 1987: Zum ersten Mal überhaupt sind Schüler aus Leningrad in Hamburg am Christianeum.
Mai 1987 Erste Christianeums-Schüler in Shanghai; erster Gegenbesuch chinesischer Schüler im August;
seitdem kontinuierliche Kontakte und Schüleraustausch.
24. 6. 1988 Bei der Abiturientenentlassung erstmalige Verleihung des „Ornithes-Preises“ für die beste Leistung auf dem Gebiet der Alten Sprachen, gestiftet von der Vereinigung ehemaliger Christianeer (V.e.C.);
der Preis ist benannt nach der Komödie „Vögel“ (Ornithes) des Aristophanes, die der Griechisch-Leistungskurs des Abiturjahrgangs 1986 mit eigener Übersetzung und Vertonung des Originaltextes sowie in eigener Regie auf die Bühne der Aula gebracht hatte.
14. 9. 1988 Eintreffen von vier chinesischen Gastschülern mit dem Vizedirektor der Shanghaier Partnerschule sowie Herrn Song Ludong, der als erster chinesischer Gastlehrer ein Jahr lang den Chinesischunterricht verstärken wird. Er erarbeitet in diesem Jahr ein eigenes Lehrbuch!
16.-24. 9. 1988 Festwoche zur Feier des 250-jährigen Jubiläums des Christianeums
  • Festakt in der Musikhalle
  • Empfang im Hamburger Rathaus
  • Gottesdienst in der Altonaer Hauptkirche St. Trinitatis
  • Ausstellung im Altonaer Museum: „Des Königs Schule spricht Latein“
  • Festball im Hotel Atlantic
  • Opern- und Theateraufführungen in der Schule
  • Ehemaligentreffen
  • Übergabe der „Ziegenbock“-Plastik durch den Ehemaligen Volker Hayn
  • Elbelauf und viele andere Veranstaltungen von Lehrern und Schülern
  • vierbändige Festschrift im Schuber (einschl. Musik-Kassette) mit Beiträgen zu Geschichte und Gegenwart der Schule
13. 11. 1988 A-Chor und Orchester gestalten den musikalischen Rahmen der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag in der Bonner Beethovenhalle in Gegenwart des Bundespräsidenten, des Bundesratspräsidenten, der amtierenden Bundestagspräsidentin und mehrerer Bundesminister. (Die Veranstaltung wird vom ZDF übertragen.)
Anschließend Empfang beim Bundespräsidenten von Weizsäcker.
Die Einspielung der vom Chor gesungenen Nationalhymne wird einige Jahre lang zum Sendeschluss des ZDF-Programms gesendet.
9. 12. 1988 Die Jungen-Hockeymannschaft des Christianeums wird Landesmeister im Hallenhockey.
2. 2. 1989 Die Schulkonferenz beschließt die Einführung des ITG-Unterrichts ("Informationstechnische Grundbildung") auch in nicht-mathematischen Unterrichtsfächern.
1. 9. 1989 50 Jahre Schulzeitschrift CHRISTIANEUM (im 44. Jahrgang).
8. 9. 1989 Start eines in der Schule gebauten Solar-Mofas beim „Solarmobil“-Cup in Lübeck.

Feierliche Einweihung des Informatik-Raumes mit einer von einem Schülervater gestifteten kompletten Neuausstattung (2. Generation von Computern) für klassenweisen Unterricht in Informatik (Oberstufe) sowie ITG in Klasse 7 und 8 in Deutsch und Englisch.

16./17. 9. 1989 Im Zuge eines spektakulären (nie aufgeklärten) Einbruchs wird der neu eingerichtete Informatikraum ausgeraubt! Glücklicherweise war die Ausstattung noch rechtzeitig versichert worden.


Die Jahre 1990 bis 2000
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21./22. 2. 1990
Erster Besuch von Lehrern und Schülern der mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Spezialschule aus Rostock – erstes deutsch-deutsches Schultreffen am Christianeum!
22.-24.3.
1990
Besuch einer 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule aus Berlin (Ost).
25.3.-1.4. 1990 Besuch des Leningrader Jugend-Musiktheaters „Raduga“ („Regenbogen“) mit 40 Kindern im Alter von 8 bis 16 Jahren – erster Aufenthalt überhaupt eines russischen Kinderensembles in der BRD.
März 1990 Sicherung des Computer-Raumes durch Stahltür und Fenstergitter.
1. 5. 1990 Der Fachvertreter Physik erhält für ein von ihm und Schülern konstruiertes Solarauto den 1. Preis beim Hanse Solar Meeting.
28.5.-18.6. 1990 Ankunft einer Schülergruppe der 506. Schule aus Leningrad (und dreiwöchiger Aufenthalt am Christianeum).
Diese Schule wurde im Rahmen des Kulturaustausches zwischen der UdSSR und der BRD zur offiziellen Partnerschule des Christianeums bestimmt;
seitdem jährlicher Schüleraustausch.
23./24. 6. 1990 250 Chorsänger besuchen den neuen Partnerchor der Singakademie in Potsdam.
28.6.-2.7. 1990 Gegenbesuch des Partnerchors aus Potsdam – Beginn eines länger andauernden Chor-Austausches.
20.8.-14.9. 1990 Drei Studenten der Universität Rostock absolvieren ein Praktikum am Christianeum.
1. 9. 1990 Drittes Eltern-Lehrer-Schüler-Seminar, an dem auch Eltern, Lehrer und Schüler der Rostocker Partnerschule teilnehmen.
5. 10. 1990 Eine Abordnung des Christianeums nimmt an der Feier aus Anlass der Namensgebung unserer Partnerschule in Rostock teil, die in Zukunft „Albert-Einstein-Schule“ heißt.
Der Schulleiter des Christianeums überreicht der Partnerschule eine Auswahl von Büchern als Grundstock für eine Schüler- und Lehrerbibliothek. Beide Schulleiter würdigen das besondere Gewicht dieser Partnerschaft vor dem Hintergrund der zwei Tage zuvor vollendeten deutschen Einheit.
1. 3. 1991 Das Lehrerkollegium des Christianeums trifft sich in Rostock mit dem Kollegium der Albert-Einstein-Schule zu einer pädagogischen Konferenz.
26. 4. 1991 Die Volleyball-Mannschaft des Lehrerkollegiums wird Hamburger Meister im Wettbewerb der Lehrermannschaften.
2. 11. 1991 Das Lehrerkollegium der Rostocker Albert-Einstein-Schule kommt zu einem Gegenbesuch nach Hamburg und nimmt an etlichen Fachkonferenzen teil.
27.12. 1991 - 4.1. 1992 Chor und Orchester des Christianeums (insgesamt 300 Mitglieder) reisen auf Einladung der lutherischen Kirche Lettlands nach Riga.
19. 8. 1992 Verleihung der Würde einer „Ehren-Christianeerin“ an Senta-Regina Möller-Ernst („Appelschnut“), die Tochter des Dichters Otto Ernst (d.i. Otto Ernst Schmidt) anlässlich ihres 95. Geburtstages.
10. 2. 1993 Installation einer Tretorgel auf dem Schulhof.
3. 6. 1993 Eröffnung des Literarischen Cafés („Litcaf“) unter der Leitung von Ulrike Schwarzrock-Frank,
mit einem bunten Programm von Lehrern und Schülern in der umgebauten Kellergarderobe.
5. 9. 1993 Der Festgottesdienst zum 250-jährigen Jubiläum der Altonaer Hauptkirche St. Trinitatis wird musikalisch vom Christianeum gestaltet.
Auf einer Anschlussveranstaltung wird der gegenseitigen Verknüpfung von Christianeum und St. Trinitatis seit der gemeinsamen Gründungszeit unter Christian VI. gedacht.
29. 9. 1994 TÜV-Abnahme und Zulassung des von der Schule konstruierten Solarautos, das auf der Hanse-Solar-Rallye zwischen Lübeck und Hamburg den 4. Platz unter 22 Teilnehmern erreicht.
Februar 1995 Das Christianeum erhält einen E-Mail-Zugang zum Internet (finanziert von der Körber-Stiftung).
Teilnahme am "Transatlantischen Klassenzimmer".

Gründung einer Video-AG.

6. 7. 1995 Erste Homepage des Christianeums auf dem noch nicht mit dem Internet verbundenen „Hamburger Schul-Web-Server“ im Institut für Lehrerbildung.
(Webmaster: Herr Wilms - bis 31. 7. 2009).
1.-16.3. 1996 Die Akustik der Aula wird durch Deckenplatten und Schallsegel entscheidend verbessert.
11. 3. 1996 Homepage des Christianeums auf einem Internet-Server der Universität Hamburg mit der Adresse
http://www.hh.schule.de/christianeum.
2. 5. 1997 Im Informatik-Raum ist die unterrichtliche Nutzung des Internets in Gruppen möglich.
26. 8. 1997 Besuch des Chicagoer Bürgermeisters Richard Daley im Christianeum mit seiner Frau und einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation im Rahmen der Städtepartnerschaft Hamburg - Chicago.

Am Nachmittag setzen sintflutartige Wolkenbrüche Teile des Schulgebäudes unter Wasser.

28. 8. 1997 Einweihung eines Brunnens aus Tontafeln (mit den Motiven der drei Christianeums-Schulgebäude) vor dem Haupteingang, der von dem ehemaligen Schüler, dann Schülervater Dieter Knab schon zum Schuljubiläum 1988 gestiftet worden war, aber aus technischen Gründen erst jetzt vollendet werden konnte.
Zwischenzeitlich war der Brunnen mit einem von Schülern gefertigten Mosaik versehen worden.
27. 11. 1997 Fest zum Abschluss der zweijährigen Grundinstandsetzung des Christianeums mit Handwerkern, Bauingenieuren und Behördenvertretern in der Aula.
Nur mit Hilfe dieser Techniker war auch die Vollendung des Brunnens möglich.
22.-31.3. 1998 Beginn des seitdem alljährlich stattfindenden Schüleraustausches mit Chicago, einer der Partnerstädte Hamburgs.
Schuljahr 1998/1999 Einführung des Faches Englisch (2. Fremdsprache) bereits in der 5. Klasse.
September 1998 Beginn der regelmäßigen Gründungen von Mini-Unternehmen (in der Vorstufe) im Rahmen des Projekts „Junior“ zum Zwecke stärkerer Orientierung des Gemeinschaftskundeunterrichts an der gesellschaftlichen Wirklichkeit, woraus 2002 in Erweiterung das Fach „Wirtschaftspraxis“ (für die Oberstufe) hervorgeht;
seitdem in beiden Stufen vielfach erfolgreiche Teilnahme an regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerben.
30.9.-30.11. 1998 Erstmals wird mit der St. Petersburger Partnerschule Nr. 506 ein zweimonatiger Schüleraustausch für jeweils zwei Schüler durchgeführt (Gegenbesuch in St.Petersburg: Februar/März 1999).
Seitdem alljährliche Durchführung dieses besonders intensiven Austauschprogramms.
Schuljahr 1999/2000 Einführung der flexibilisierten Stundentafel im Rahmen verstärkter Schulautonomie.
Wegen eines „technischen Überhangs an Lehrerstunden an Gymnasien“ werden zwei Kollegiumsmitglieder an eine Haupt- bzw. eine Realschule abgeordnet.
23. 8. 1999 Die Familie Cudell Arnoldt aus Portugal überbringt dem Christianeum ein Ölportrait (1907 gemalt von Fritz Peters-Weber, seinerzeit Zeichenlehrer am Christianeum) sowie das persönliche Archiv ihres Groß- bzw. Urgroßvaters Geheimrat Dr. Richard Arnoldt, der von 1894 bis 1908 Direktor des Christianeums war.
(Es ist das zweite bekannte Ölportrait eines Christianeums-Schulleiters.)
21. 12. 1999 Einweihung des neuen Medienzentrums (Kino-, Schneide- sowie PC-Klassenraum) im ehemaligen Wasserlabor, verbunden mit der Einrichtung einer „Richard-Dehmel-Website“ eines Deutsch-Leistungskurses.
Inzwischen erwirbt jeder Fünftklässler des Christianeums seinen „PC-Führerschein“.
19. 5. 2000 Beginn der Bauarbeiten zur Schaffung von acht zusätzlichen Räumen im Bereich der nie errichteten Schwimmhalle (gerüchteweise auch „Atombunker“ genannt) im Erdgeschoss des Schulgebäudes unter erheblichem technischen Aufwand (Kranführung übers Dach in den Innenhof!).
13. 7. 2000 Nach zweijähriger Vorarbeit wird das neue Schulprogramm durch die Schulkonferenz verabschiedet, da alle Hamburger Gymnasien gehalten waren, Schwerpunkte der Schulentwicklung für die nächsten Jahre festzulegen
(Genehmigung von der Schulaufsicht im Herbst 2001).
Schuljahr 2000/2001 Einführung des Sozialpraktikums für Klasse 10.
20. 11. 2000 Das Christianeum würdigt seinen ehemaligen Schüler, den Philosophen Salomon Maimon, aus Anlass seines 200. Todestages mit der Enthüllung einer Bronzetafel im Eingang der Schule (Entwurf und Ausführung: Detlef Allenberg, ehemaliger Christianeer) sowie einem Festprogramm und einer Ausstellung der Bibliothek in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste.


Die Jahre 2001 bis 2010

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2. 3. 2001
Einweihung der neuen Räume (darunter DSP-Probenraum, Unter- und Oberstufenbibliothek, Kartenraum).
22.2. - 2.3. 2002 Reise der Brass Band nach China.
14. 4. 2002 Aufführung der Kinderoper „Brundibár“ (Musik: Hans Krása; Libretto: Adolf Hoffmeister; Inszenierung: Ivo Petrlik) im Jüdischen Museum in Berlin.
August 2002 Zahl der Neuanmeldungen für die 5. Klassen: 161.
Schuljahr 2002/2003 Einrichtung einer Klasse als „Springer“-Zug (ab Kl. 7; Stoff von 4 Jahren wird in 3 Jahren unterrichtet) für besonders geeignete Schüler als Test für die in Hamburg vorgesehene Schulzeitverkürzung.
1. 11. 2002 Schulfeier anlässlich des 25-jährigen Schulleiterjubiläums von Ulf Andersen.
12./13. 12. 2002 Das Christianeum würdigt seinen ehemaligen Schüler Ludolf Wienbarg aus Anlass dessen 200. Geburtstages u.a. mit der Enthüllung eines Bronzereliefs (Entwurf und Ausführung: Detlef Allenberg) im Eingang der Schule sowie einer Ausstellung der Bibliothek.
1. 8. 2003 Beginn der Erprobung der neuen Bildungspläne für die Sekundarstufe I.
Die Schulkonferenz erklärt das Christianeum zur „rauchfreien Schule“.
Einführung eines neuen Lehrer-Arbeitszeitmodells:
1.770 Zeitstunden (einschl. genereller Erhöhung der Arbeitszeit) werden faktorisiert nach UFA (u-nterrichtsbezogene, f-unktionsbezogene, a-llgemeine Aufgaben); Problematik der zahlreichen außerunterrichtlichen Aktivitäten.
4. 11. 2003 Anlässlich des 100. Todestages würdigt das Christianeum seinen bedeutendsten Schüler, den Philologen und Historiker Theodor Mommsen, mit einem Festakt (Festrede: Prof. Dr. Christian Meier, ehem. Christianeer), der Enthüllung eines Bronzereliefs (Entwurf und Ausführung: Detlef Allenberg) im Eingang der Schule sowie einer Ausstellung der Bibliothek.
22. 5. 2004 Das Christianeum wird vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung mit dem Qualitätssiegel „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ ausgezeichnet.
Juli 2004 Erweiterung und Modernisierung des gesamten MIC-Bereichs (insbesondere der Küche) zur Unterstützung des projektierten Ganztagsschulbetriebes.
1. 8. 2004 Beginn der Erprobung des neuen Bildungsplans (mit Rahmenplänen) für die gymnasiale Oberstufe (Sekundarstufe II).
27. 8. 2004 Einweihung des sog. Otto-Ernst-Zimmers in Anwesenheit der Hamburger Kultursenatorin v. Welck:
Arbeitszimmer des Dichters Otto Ernst [1862-1926], das er sich 1903/1904 im Jugendstil in seinem Haus in der Otto-Ernst-Str. 17 – die Straße wurde 1928 nach ihm benannt – hatte einrichten lassen.
Nach mehrjährigen aufwändigen Restaurierungs- sowie Ein- und Ausbauarbeiten (Restaurator: Hans Martin Burchard) findet das Zimmer nun im Christianeum seinen Platz.
Senta-Regina Möller-Ernst, die Tochter des Dichters und dem Christianeum seit dessen Umzug sehr verbunden, hatte es testamentarisch der Schule vermacht.
September 2004 15-jähriges Jubiläum der ehrenamtlichen Tätigkeit von Frau Ropelius, Mutter eines ehemaligen Christianeers, in der Bibliothek.
15. 9. 2004 Enthüllung der von Barbara Haeger geschaffenen Statue „Große knieende Figur“ im Innenhof des Erdgeschosses.
Diese Statue wurde der Schule von der Erbin der Künstlerin und von Schülereltern als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt – eine Hommage an Arne Jacobsen (zum 100. Geburtstag im Jahre 2002), an das Christianeum und an die Künstlerin.
Februar 2005 Erstes schriftliches Zentralabitur in Hamburg (in den Fächern Deutsch, Latein, Englisch, Mathematik, Biologie, Gemeinschaftskunde).
10-jähriges Bestehen der Video-AG.
2.-15.3. 2005 Reise des A-Chores des Christianeums (ca. 300 Mitwirkende und Begleiter) nach China;
in Peking und Shanghai Aufführungen der „Carmina Burana“.
April/Mai 2005 Planung und Organisation des neuen Ganztagsschulkonzepts ab Klasse 7.
27. 4. 2005 Hamburgs Schulsenatorin Dinges-Dierig stellt am Christianeum im Rahmen einer Pressekonferenz das Projekt „Rauchfreie Schule“ vor.
1. 8. 2005 Rauchverbot an allen Hamburger Schulen.
Schuljahr 2005/2006 Beginn eines Sportkurses „Rudern“ in Zusammenarbeit mit dem Hamburger und Germania Ruderclub.
17. 8. 2005 Feierliche Amtseinführung des neuen Schulleiters Hans-Norbert Hoppe.
28. 9. 2005 Nach jahrelangen Vorbereitungsarbeiten wird das neue Blockheizkraftwerk eingeweiht.
5. 12. 2005 Chorleiter Dietmar Schünicke erhält von Kultursenatorin v. Welck die Medaille für treue Dienste in Silber der Freien und Hansestadt Hamburg für seine Verdienste um die Musik am Christianeum.
Mai 2006 Beginn der Neuordnung der gymnasialen Oberstufe (NgyO) zwecks verbesserter Förderung der Studierfähigkeit von Abiturienten und -innen sowie größerer Kompatibilität mit Erwartungen der Arbeitswelt (Ablösung der KMK-Vereinbarung von 1972):
  • generelle Modernisierung der Oberstufe im Hinblick auf Standards, Kerncurricula, Kompetenzorientierung und Qualitätssicherung
  • verstärkte Obligatorik durch Basiskompetenzfächer mit schriftlicher Zentralabiturprüfung: Deutsch, Mathematik, weitergeführte Fremdsprache
  • Erarbeitung individueller Profilbereiche bei zentraler Seminarkonzentration mit Hochschul- bzw. Firmenkoordinierung und dezentraler schriftlicher Abiturprüfung
  • Wahlbereich zur Abdeckung weiterer Belegauflagen mit dezentraler mündlicher Abiturprüfung in diesem oder im Profilbereich
11. 5. 2006 Partnerschaft mit dem togolesischen Selbsthilfeverein CITAL.
14. 6. 2006 Feier des 20-jährigen ehrenamtlichen Engagements von Frau Jepsen, pensionierter Grundschullehrerin, in der Bibliothek.
Sommerferien 2006 Umbau und Erweiterung des Lehrerzimmers nach einem Plan, der von einem Kollegiumsmitglied zum Jubiläum 1988 vorgestellt worden war;
Umbau mehrerer Kursräume und des Lehrerzimmers II („Raucherzimmer“) zu größeren Klassenräumen.
27. 9. 2006 Feier zum 30-jährigen MIC-Jubiläum.
5. 7. 2007 Das Christianeum darf für weitere drei Jahre das Qualitätssiegel „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ tragen.
17./18. 9. 2007 Prag-Reise des Unterstufenchors und Aufführung der Kinderoper „Brundibár“ (Inszenierung: Ivo Petrlik) in Theresienstadt – dort, wo ihr Urheber, der deutsch-tschechische Komponist Hans Krása, sie zum zweiten Mal niedergeschrieben hatte und wo sie im Lager 55-mal aufgeführt wurde, bevor Hans Krása im Oktober 1944 vergast wurde.
2. 11. 2007 Erstes Treffen der Gruppe „Zukunftswerkstatt Christianeum“.
29. 2. 2008 Kooperationsvereinbarung mit der Privaten Fachhochschule Göttingen für Fragen der Studien- und Berufsorientierung.
26. 3. 2008 Das Christianeum erhält als erfolgreichste Schule bei der Landesrunde Hamburg der 47. Mathematikolympiade den Sonderpreis der Behörde für Bildung und Sport.
18. 4. 2008 Im Hamburger Koalitionsvertrag zwischen CDU und GAL wird für das Jahr 2010 die Einführung der 6-jährigen Primarschule anstelle der bisherigen 4-jährigen Grundschule vereinbart – eine gravierende Herausforderung für die zukünftige Struktur des Christianeums.
Juni 2008 Feier zum 25-jährigen Bestehen des „Darstellenden Spiels“ (DSP).
27. 6. 2008 Erste Abiturientenentlassung, bei der die „Vorreiter“ der 8-jährigen Gymnasialzeit vertreten sind („Springer“-Zug des Schuljahrs 2002/2003).
3. 7. 2008 Das Literarische Café feiert seinen 15. Geburtstag sowie den 125. Geburtstag des Dichters Franz Kafka.
Juli 2008 Das neue „Konzept zur Profiloberstufe“ sowie die „Curriculare Kurzzusammenfassung der Profilbereiche“ am Christianeum sind im Internet abrufbar.