Gymnasium CHRISTIANEUM

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Start Das Otto-Ernst-Zimmer

Das Otto-Ernst-Zimmer


Otto Ernst Schmidt (später nannte er sich nur noch Otto Ernst) wurde als Sohn einer Zigarrendreherfamilie am 7. Oktober 1862 in Ottensen geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine Lehrer erkannten jedoch, dass der Junge wissbegierig und talentiert war und ließen ihm entsprechende Förderung zuteil werden. Dies ermöglichte es ihm, den Lehrerberuf zu ergreifen. So wurde Ernst 1883 Lehrer an verschiedenen Hamburger Volksschulen und auch an einer höheren Töchterschule.

Während dieser Tätigkeit lernte er seine spätere Frau kennen, seine Kollegin Helmy Scharge, die er 1887 heiratete. 1891 gründete Ernst die Hamburger "Literarische Gesellschaft". 1893 gab er mit Leo Berg und Constantin Brunner die literaturkritische Zeitschrift Der Zuschauer heraus.

Neben seinem Lehrerberuf war Ernst als freier Schriftsteller, Bühnenautor und Vortragskünstler tätig. Als die Einnahmen aus den künstlerischen Tätigkeiten groß genug waren, beschloss Ernst im Jahre 1901, sich nur noch um die Kunst zu kümmern und kehrte dem Lehrerberuf den Rücken. 1903 kaufte er ein Haus in Groß-Flottbek, wo er mit seiner Familie – er hatte mit seiner Frau insgesamt fünf Kinder – lebte, bis er im Alter von 63 Jahren starb.

Die Straße, in der die Familie lebte, wurde später zu Ehren von Ernst in Otto-Ernst-Straße umbenannt. Sein Arbeitszimmer steht heute originalgetreu aufgebaut in den Räumen des Christianeums.

Otto Ernst war zu seinen Lebzeiten zwar beliebt und bekannt, doch schätzten die Kritiker ihn weniger. In einer Autobiographie beschrieb sich Ernst selbst als „hoffnungslos unmodern... weil ich zu Gutem und Bösem nicht schweige und stillhalte, sondern kämpfe, weil ich entgegen der Mode und trotz eigener schwerer, ja widerwärtiger Erfahrungen Optimist bin, weil ich nach einer gesunden, schlichten Kunst strebe“.

Heute noch bekannt ist Ernsts Kindheitsgeschichte seiner jüngsten Tochter Senta-Regina Möller-Ernst, "Appelschnut", erschienen im Jahre 1905. Seine autobiographische »Asmus-Semper«-Trilogie gilt als eine gute Beobachtung des Lebens in Ottensen vor der Jahrhundertwende. Der erste Band „Asmus Sempers Jugendland. Roman einer Kindheit“ erschien 1904, danach folgten „Semper der Jüngling“ (1908) und „Semper der Mann. Eine Künstler- und Kämpfergeschichte“ (1916). "Flachsmann als Erzieher" aus dem Jahre 1900 wird als Ernsts populärstes Theaterstück angesehen, "Nis Randers" als seine bekannteste Ballade.