Gymnasium CHRISTIANEUM

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Deutsch - Fremdverstehen

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Fremdverstehen

Beim Lesen erzählender Texte erleben wir den Nachvollzug anderer Erlebnisweisen und fremder Welten. Literatur ist traditionell das Medium der Erschließung von Innenwelt. Die Einfühlung oder Identifizierung in bzw. mit literarischen Figuren, die Ermittlung von Eigenschaften literarischer Charaktere u.ä. sind je nach Stand der Ich-Entwicklung Bekräftigung dieser Werte oder Impuls, sie zu artikulieren und weiterzuentwickeln. Die Fähigkeit, sich etwas vorstellen zu können - Empathie und Perspektivenübernahme -, ist die Voraussetzung für das Fremdverstehen und damit für das soziale Zusammenleben in einer individualisierten Gesellschaft. Die Dezentrierung, das Absehen von der eigenen Person bei der Beschäftigung mit Literatur fördert die Ich-Stärkung und somit nicht zuletzt die moralische Urteilsfähigkeit. Und dies geschieht jenseits des bloßen Moralisierens einer Lehrkraft, das im Übrigen  insofern als überflüssig erscheint, als die Lehrerin oder der Lehrer in entsprechenden Situationen an unserer Schule meist nicht mit der mangelnden Unterscheidungsfähigkeit zwischen Gut und Böse, sondern eher mit der Lust am Widerspruch, am Unbotmäßigen konfrontiert ist.