Gymnasium CHRISTIANEUM

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Chinesisch - Die 1. Schule

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Die erste Schule
Unsere erste Station in Shanghai war die Shanghai High School. Dieses Jahr leitete diese Schule das Austauschprojekt in Shanghai, während das Christianeum in Hamburg Gastgeber war.
Die Shanghai High School machte wegen ihrer riesigen Grünanlage einen sehr entspannten Eindruck. In einem hotelartigen Haus wurden wir untergebracht, die eigentlich für ausländische Lehrkraft gebaut wurde.
Herr Tang, der Schulleiter und Parteisekretär kannte ich schon seit 2005. Damals löste sein Auftritt bei mir eine Assoziation mit dem Vorsitzenden Mao aus. Er führte seine Rede auf Englisch. Er sprach über die Bedeutung der Modernisierung im Schulwesen und berichte mit Stolz über die Entwicklung der internationalen Abteilung. Durch die Einnahme der Schulgebühr profitiert die Schule noch mehr Ruhm und Ansehen in Shanghai. Während seiner Rede habe ich ständig die zwei kontrastreichen Bilder vor Augen: die überfüllten Klassen im chinesischen Abteilung und die am Wochenende mit dicken Limousinen abgeholten wohlhabenden Kindern der internationalen Abteilung.

 

Das erste Mittagessen fand im 2. Stock des Mensa-Gebäudes der internationalen Abteilung statt. Obwohl über 1.000 Schüler, mehr als 300 Lehrer und mehrere Hundert Verwaltungsangestellten in einem total gefüllten Gebäude essen, durften wir Gäste aus Hamburg mit den „-Elite-“Schülern, die viel mehr Schulgeld bezahlt haben, in aller Ruhe speisen. Jeder von uns bekam ein Tablett aus Metall und durfte verschiedene Speisen auswählen. Die Küche hat sich sehr bemüht, den Essgewohnheiten der deutschen Kinder  entgegenzukommen. Es gab Pizza und Hamburger, frittiertes Hähnchen und Coca Cola. Der erste Kulturschock standen auf den Gesichten unserer Schüler, nicht wegen der Fremdheit des Essens, sondern wegen der Ähnlichkeit der Speiseliste.
Zum Begrüßungsempfang kamen alle Mitglieder der Schulleitung, auch Frau Chen Lili von der Schulbehörde Shanghai und die für Austausch zuständige Beamte der Shanghai Regierung, Frau Li, Fangxia waren dabei. Die anderen drei Schulen waren ebenfalls vertreten. Der Empfang war sorgfältig vorbereitet. Alle Seiten wirkten äußerst zufrieden und entspannt. Die 15 Schüler aus Hamburg haben gleich drei angeübte Lieder auf Chinesisch vorgesungen, deren chinesische Partner hörten mit lächeln und Tränen zugleich zu. Es war einfach wie eine Wiedersehens-Party, sie saßen mit ihren Partnerschülern zusammen - so harmonisch und unzertrennlich.

Das Programm für uns war ziemlich vollgeplant. Morgens ab 6:30 stand schon eine Sportlehrerin vor uns auf dem Sportplatz, bracht uns die Taiji bei. Beim Ausflug kamen immer mehrere chinesische Schüler, uns zu begleiten.
Bei der ersten Besichtigung wurden wir das Rathaus gezeigt. Frau Yuan vom Aufsichtsreferat der Education Commission war auch anwesend, die die Shanghai-Austauschgruppe in Hamburg geleitet hat.  Vor drei Jahren als ich zum ersten Mal mit der Hamburger Schüler in Shanghai war, durften wir nur die Vorhalle vom Rathaus sehen. Aber diesmal hat Frau Chen Lili das Licht vom Empfangsraum angeschaltet, wir durften alle in den Raum herein spazieren. Höflich hat Frau Chen mir angeboten, auf einen Sessel Platz zu nehmen. Das tat ich und bedankte mich dafür, sagte sie mir, das sei der Sessel des Bürgermeisters. Alle Schüler haben dort Fotos gemacht und den ehren Empfang genossen.

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Der Empfang im Shanghaier Rathaus: Die Fachreferentin für Fremdsprachen (2. Reihe/1. v.li.), die stellvertretende Abteilungsleiterin des Auslandsreferates (2. Reihe/2. v. li.), Herr Bernd Evers, begleitender Fachkollege (3. Reihe/2. v. re), Frau Ming Chai, Austauschdelegationsleiterin und Koordinatorin für chin. Angelegenheiten der BSB (2. Reihe/2. v.re.)

 

Uns interessierten in Shanghai nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern viel mehr die Schule. Wir haben ihre Stundenpläne und Freizeit mit unseren verglichen. Ergebnis: “Ein deutscher Schüler der 10. Klasse hat ca. 35-40 Unterrichtsstunden in der Woche, ein chinesischer dagegen 47-50.“ Freizeit ist bei den chinesischen Schülern kaum vorhanden. Dies war uns inzwischen nicht mehr neu, aber neu war die Entdeckung, dass sie trotzdem mehr Zeit mit ihren Eltern und Verwandten verbringen. Die deutschen Kinder haben hingegen mehr Zeit für Freundschaft und Computer. Die chinesischen Schüler beherrschen die englische Grammatik besser, dafür besitzen die deutschen einen größeren Wortschatz und können besser praktizieren. In den Fächern Mathematik, Biologie oder Informatik haben die chinesischen Schüler einen erheblichen Vorsprung, aber die deutschen Schüler verfügen über deutlich bessere Fähigkeiten im selbständigen, kreativen Denken und in der Teamarbeit.